London mit Kindern, Teil 3

London mit Kindern – Teil 3. Nun gut, so sei es. Eigentlich hatten wir nicht vor, in so kurzer Zeit noch einmal mit unseren Jungs (mittlerweile 5 und 8 Jahre alt) schon wieder nach England zu fahren, aber manchmal ergeben sich ja Dinge einfach… Deshalb hier unser Erfahrungsbericht für das diesmalige Abenteuer – im Herbst.

Unterbringung

Die letzen Male (Teil 1, Teil 2) waren wir ja in Ferienwohnungen untergebracht – mit allen ihren Vor- und Nachteilen. So dachten wir uns, dass es nett wäre, mal ein Hotel auszuprobieren. Untergekommen waren wir im Hilton Metropole, nähe Paddington Station in einem Familienzimmer mit zwei Queensize-Betten und einer kleinen Sitzecke. Die Lage des Hotels war ganz gut – direkt neben der U-Bahnhaltestelle Edgware Road, kam man mit Circle, District, Hammersmith & City und Bakerloo-Line in viele Richtungen weiter. Ein M&S direkt in der Nachbarschaft sichert die Nahversorgung. Ebenso sind an der Edgeware Road selber viele Cafes und Restaurants. Also: Auch hier lässt es sich ganz gut wohnen. Das Leben im Hotel brachte dabei verschiedene Vor-, aber auch einige Nachteile mit sich.

Vorteile:
Das Hotelzimmer war eigentlich ganz okay. Die Größe bewegte sich am unteren Rand. Man benötigt halt schon mehr Platz zu viert mit Kindern, als mit Erwachsenen. Vielleicht wäre ein Familienzimmer der Art besser gewesen, als es zwei Zimmer sind, mit einer Zwischentür verbunden. Das wäre aber wohl deutlich teurer. Aber gut, es soll ja um Vorteile gehen.
Gut für uns war zum Einen das inbegriffene Frühstück. Man musste sich nicht selber verpflegen und wir haben es uns sparen können, ein English Breakfast irgendwo anders zu essen. Besonders gut war allerdings der Pool im Hotel. Hier konnten sich die Jungs abends noch einmal austoben und gleichzeitig die ganze Anstrengung des Tages im Wasser lassen. Das war wirklich super.

Nachteile:
In einer Ferienwohnung ist man doch etwas unabhängiger. Man hat ggf. einen extra-Raum, in dem man sich aufhalten kann. Wir konnten zwar abends, nachdem die Jungs schliefen, auch noch einen Abstecher in die Hotelbar machen (so alt sind sie mittlerweile), aber dennoch ist es wesentlich entspannter, wenn Aufenthalts- und Schlafraum getrennt von einander sind. Ebenso ist es durchaus praktisch eine Küche inkl. Kühlschrank zu haben und so unabhängiger von vorgegebenen Essenszeiten oder fehlender Kühlung zu sein.

Fazit:
Das Hotelleben war nicht schlecht. Insgesamt war es etwas teurer als die Ferienwohnung und mit dem Pool und dem inbegriffenen Frühstück hatte es ein wenig mehr Luxus. Wirklich gut wird es wahrscheinlich, wenn die Kinder so groß sind, dass sie ein eigenen Zimmer beziehen können und man abends von einander etwas unabhängiger ist. Aber das dauer noch eine gewissen Zeit. Bis dahin finde ich Ferienwohnungen aufgrund der Flexibilität besser. Die Gegend hingegen war echt ganz nett, wenngleich ich South Kensington etwas entspannter fand.

Unser Programm

Als wir uns nach der Reise noch einmal den letzten Blogeintrag durchgelesen hatten, fiel uns auf, dass wir von dem, was wir uns vorgenommen hatten – bis auf den Hyde-Park – nichts von der Liste streichen konnten. Es sind einfach neue und andere Dinge hinzu gekommen. Das ist nicht weiter wild, gibt es doch Anlass für eine weitere Reise ;o)

Ein Grund dafür aber war, dass wir die Fahrtzeiten mit der U-Bahn möglichst gering halten wollten und deshalb und Dinge überlegt haben, die weitgehend in ähnlichen Gegenden liegen (außer jetzt an Tag 1…). Denn eines hat sich über die bisherigen Reisen gezeigt: U-Bahn fahren ist super, aber zu viel ist ermüdend und zerrt an den Nerven – vor Allem, wenn man noch klein ist und keine Lust hat, sich dem Tempo in der Tube anzupassen.

Aber nun zum Programm selber. Hier die Übersicht:

morgensnachmittags
Tag 1Ankunft
Hyde Park mit Diana
Memorial Playground
Sky Garden
(Garden @ 120)
Tag 2Postal MuseumCamden
Tag 3Jack The Ripper Museum
Brick Lane/Old Spitalfields Market
Selfridges
Disney-Store
Tag 4Bank of England Museum / National Galery / Hamley´s Nach Hause….

Tag 1 – Spielplatz und gute Aussicht

Dieses mal ging´s früh los und wir landeten passend um 7.15 Uhr in Stansted, wonach es mit dem Stansted-Express direkt weiter ging. Etwas ungünstig war hier, dass beide Kinder nun im Zug zahlen mussten und so die günstigen Familienkarten nicht mehr ausreichten. Aber gut – das war eine Frage der Zeit.
In London angekommen,, ließen wir unser Gepäck im Hotel und machten uns auf zu unserer ersten Station. Mit der Tube ging es bis zur Haltestelle Bayswater. Von dort aus spazierten wir die Bayswater Road (eine der Touristenstraßen überhaupt) hoch zum Hyde Park. Allein die fast zahmen Eichhörnchen waren bereits ein toller Programmpunkt und ließen vor Allem unseren Kleinen staunen. Der Anschließende Aufenthalt im Princess-Diana-Memorial-Playground war auch vor Allem für den Jüngeren toll. Aber auch der Große konnte sich – vor Allem im Piratenkletterschiff – ausoben. Insgesamt ist der Spielplatz toll gemacht. Nicht nur, dass er bewacht ist (Erwachsene ohne Kinder kommen ohne Weiteres nicht rein), er hat auch kindgerechte Toiletten, viele abgetrennte Spielbereiche für verschiedene Altersstufen und ist aber auch stark frequentiert. Aber insgesamt verlief es sich ganz gut. Es ist wirklich einer der besseren Kinderspielplätze in London. Den Abendteuerspielplatz im Holland Park haben wir aber auch noch auf unserer To-Do-Liste!
Nachem wir uns in einem mäßig guten Chinarestaurant gestärkt hatten, ging es noch einmal ins Bankenviertel, den Ausblick von Sky Garden bewundern. Danach war der Tag aber auch wirklich rum und der Pool wollte ja auch noch ausprobiert werden!

Tag 2 – von Briefen und Märkten

Das Post-Museum zählt, wie das London Transport Museum, nicht zu den zahlreichen kostenlosen Attraktionen, bietet für Kinder aber schon recht viel. Wir sind nach dem Frühstück direkt in die U-Bahn nach Farringdon gesprungen. Ein paar Minuten Fußweg weiter (google maps ist da ganz hilfreich), trafen wir am Museum ein. Dieses gliedert sich in zwei Gebäude. Das erste Gebäude beherbergt die Mail Rail, die alte Post-U-Bahn, mit der man durch die alten Tunnel fahren kann und zwischendurch immer interaktive Einspielelemente zu sehen bekommt. Sehr gut gemacht! Unsere Kinder waren beide begeistert. Vor allem, als es um die Bombardierung im 2. Weltkrieg ging und es laut im Stollen knallte (wer konnte das erahnen…) wurde unseren Jungs etwas gruselig – aber sie fanden das echt beeindruckend. In der gleichen Halle befindet sich noch ein kleiner Museumsteil, in dem es um Postzüge über und unter der Erde geht. Dieser ist nett gemacht, kann man doch z.B. in einem alten Waggonnachbau Briefe sortieren.

So nett das auch war, dachten wir zu beginn: Für einen Eintrittspreis von 16 bzw. 9 Pfund (online gebucht) wäre das etwas wenig gewesen. Allerdings gab es ja noch das zweite Gebäude, in dem das Museum fortgesetzt wurde. Hier ging es weiter um die Geschichte der Post. Schick war für die Kinder, dass sie etwa ihr eigenes Konterfei auf eine Briefmarke drucken ,oder ich Rohrpost hin und her schicken konnten. Auch die Sonderausstellung zum großen Postraub von 1963 kam echt gut an. Nebenbei: Das Restaurant in dem Museum hat durchaus auch ein recht günstiges Mittagsangebot – auch ältere Londoner aßen dort zu Mittag, denn es scheint immer ein Gericht zu geben, das nicht aus Pommes mit Chicken-Nuggets besteht.
Insgesamt: kein günstiger, aber ein sehr guter Spaß für Kinder und vor Allem bei Regenwetter ein guter Programmpunkt.

Den Nachmittag wollten wir in Camden verbringen. Also: rein in den Bus (immer noch das bevorzugte Transportmittel unserer Jungs und irgendwie auch meins) und entspannt bis Camden Town Station (alternativ mit der Northern Line bis Camden Town). Wie erwartet, war der Besuch wirklich toll. Die ganzen schrägen Geschäfte und interessanten Essensmöglichkeiten haben auch heute noch Flair und ihre ganz eigene Atmophäre. Unsere Highlights waren zum Einen die Chin Chin Ice Labs, in denen es frisch mit flüssigem Stickstoff hergestelltes Eis gab (was für eine Show) und die alten Pferdeställe mit den ganzen bunten und lustigen Geschäften. Hier heißt es, sich einfach treiben zu lassen und ggf. im Cereal Killer Cafe-Ableger einzukehren, sich von geschäftstüchtigen Asiaten Essen andrehen zu lassen oder im Cyberdog lustige, interessante und bizarre Dinge zu betrachten oder kaufen. Ein Highlight. Eigentlich wollten wir dann mit dem Boot bis Little Venice fahren, das gab aber unsere Zeit nicht mehr her. Schade eigentlich, ist die Bootstour über die Kanäle in London doch wirklich schön.

Tag 3 – Blutiges und Kommerz

Der Großteil des Tages sollte nach dem Willen der Jungs im Zeichen von Jack the Ripper stehen. Wir starteten am Jack the Ripper Museum in der Cable Street. Ob es den recht hohen Eintritt wert war? So richtig mag ich das nicht beurteilen. Netter Weise ließ die Dame am Einlass dieses echt eher schnuckeligen Museums unsere Jungs umsonst rein. Das machte es erschwinglich. Hier habe ich noch einmal meine Erfahrungen zusammengeschrieben. Von der Cable Street ging es – vorbei an beeindruckenden Pferdestatuen – weiter Richtung Whitechapel. Wir hatten in unserem Kinderreiseführer eine tolle Karte, nach der wir ein paar Tatorte aufsuchen konnten. Gleichzeitig konnten wir auf dem Weg Old Spitalfields Market besichtigen, in der Nähe der Brick Lane etwas Street Food zu uns nehmen und dort auch ein großartiges Geschäft finden, das ausschließlich gebrauchte Fußballtrikots vertreibt. Ein Paradies für unsere fußballverrückten Kinder.

Nun ging es die Brick Lane runter, bis zur U-Bahn-Haltestelle Aldgate East. Da bereits ein Großteil der Energie verbraucht war, zogen wir das klassische Shopping vor und führen zur Oxford Street um eine Runde durch den Disney-Store zu drehen um danach bei Selfridges (als Harrods-Alternative) erst einen Kaffee zu trinken (ganz nett: Wasser ohne Kohlensäure gibt es im Café umsonst…) und dann die bereits im Herbst sehr ausladend angelegte Weihnachtsabteilung zu inspizieren. Danach zog es uns mit dem Bus zurück in´s Hotel.

Tag 4 – geschlossene Türen und der Weg zurück

Am letzten Tag machten wir das, was wir auch bereits vorher hätten tun sollen: Wir gingen getrennter Wege. Da beide Jungs eigentlich unterschiedliche Tempi in der Stadt vorlegten uns letztlich auch unterschiedliche Dinge spannend fanden, wurde es Zeit, die Jungs zu trennen, um ihnen beiden besser gerecht zu werden und ihnen auch die Chance zu geben, ohne den anderen einmal durchatmen zu können.

So ging es für mich mit dem Großen erst zum Bank of England Museum. Eigentlich wollten wir unbedingt einen Goldbarren hochheben und uns ansehen, wie Falschgeld gemacht wird. Leider hatten wir nicht darauf geachtet, dass das Museum lediglich an Wochentag geöffnet hat. Da wir an einem Samstag da waren, fiel die Ausstellung für uns aus. Mit dem Bus ging es als Ersatz dann aber zum Trafalgar Square (zu den Löwen klettern) und im Anschluss in die National Gallery. Am faszinierendsten fand der Herr Sohn übrigens, dass so viele Leute nackt gemalt wurde (hihi…. die sind ja nackt…. hihi). Wir haben uns nicht unfassbar lang dort aufgehalten, aber ein kleiner Appetizer war es trotzdem. Den Abschluss machte der Besuch bei Hamley´s in der Regent Street. Das muss irgendwie jedes mal sein…

Gleichzeitig fuhr meine Frau mit dem Jüngeren noch einmal Dinosaurier im Natural History – Museum gucken, inkl. der Eisfläche vor dem Museum, die ab Herbst geöffnet ist.

Um 19.40 Uhr Ortszeit ging es dann von Stansted aus mit Ryan Air zurück. Witzig dabei ist, dass sich unser Kleiner eine Handgelenkspfeilschussvorichtung von Spider Man im DIsney Store gekauft hat. Er hatte sein ganzes Taschengeld dafür geopfert und war stolz wie Bolle. Leider beurteilten die Beamten der Security am Flughafen das Gefahrenpotenzial des Kinderspielzeugs etwas anders als wird und so wurden wir beim Gepäckcheck zu Seite genommen. Nach langer Diskussion durften wir zumindest die Abschussvorrichtung mitnehmen, die Pfeile mussten wir da lassen. Das war für unseren Kurzen ein mittelgutes Ende des Trips. Hätten wir übrigens Pfeile und Abschussvorrichtung in unterschiedlichen Koffern mitgenommen, wäre das kein Problem gewesen… nur so als Tipp, falls ihr auch gemeingefährliches Kinderspielzeug heimlich transportieren wollt…

Fazit

Wir nehmen also aus unserem diesmaligen Trip mit:

  • Hotel ist geht so, Pool aber super.
  • Spielzeuge können Waffen sein
  • Prêt a manger ist eine wirklich super Alternative zum Essen und Pause machen. Alleine gab es hier mit dem Apple Fizz die einzige echt Apfelschorlealternative, die wir finden konnten.
  • Wir waren bei mittelgutem Wetter da. Das ist einerseits nicht so schlimm, macht man doch genug in Gebäuden. Gutes Wetter erhöht aber die Laune und Durchhaltefähigkeit bei allebn Beteiligten drastisch
  • Manchmal macht es Sinn, getrennte Wege zu gehen.
  • Bus fahren ist immer noch super
  • Alles wird teurer ab 8 Jahren … naja… Vieles zumindest ;o)

Ansonsten bleibt uns noch Viel für einen weiteren Besuch zu tun. Aber die nächsten Städtetrips sollen erst einmal nach Paris und Berlin gehen. Das ist zwar nicht das gleiche, wie London, aber ich bin mal gespannt. Nach London werden wir auf jeden Fall aber auch noch einmal fahren.

Weitere Artikel aus der Reihe:

London mit Kindern, Teil 1

London mit Kindern, Teil 2

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