London mit Kind(ern) – ein Erfahrungsbericht

Es gibt viele Blogs und Artikel, die sich mit dem Thema „London und Kinder“ beschäftigen. Einige habe ich unter diesem Beitrag verlinkt. In diesen habe ich eine Menge nützlicher Anregungen und Tipps gefunden. Meine Erfahrungen  möchte ich in diesem Artikel festhalten.

London mit Kindern funktioniert. Soviel vorweg. Allein, man muss sich ein wenig an das Tempo der Kinder anpassen und nicht mit dem Sightseeinganspruch eines Erwachsenen loslegen. Ich selber war selten so entspannt in der Stadt unterwegs. Das war schon sehr  schick! Eigentlich wollten wir mit unseren Söhnen (4 und 6 Jahre) fahren. Da der Kleine aber kurzfristig krank wurde, waren wir nur mit einem Kind unterwegs. Das Resultat aber war, unser Großer ist immer noch voll von den Erlebnissen in der Stadt und hellauf begeistert. Aber der Reihe nach…

Transport

Wir sind ab Hamburg nach Stansted geflogen (denkt an Reisepässe!). Um 6.45 Uhr ging´s mit Ryan Air los. Das war zwar ziemlich früh, aber machte auch im Hinblick auf unsere Ferienwohnung Sinn. Andere Flüge wären erst ab 10.15 Uhr gegangen und dann wäre man zu weit in die Nacht gekommen. Ganz praktisch ist es, dass bei Ryan Air Kinder direkt ohne Aufpreis neben die Erwachsenen platziert werden können. Anders buchen würden wir beim nächsten mal allerdings die Rückfahrt: um 19.45 Uhr ging das Flugzeug, da war unser Großer bereits ziemlich gar. Der Kleine hätte das wahrscheinlich nicht so ohne weiteres durchgehalten.

Mit dem Stansted Express ging es nach der Ankunft recht komfortabel bis Liverpool Station. Hier haben wir im Vorfeld ein Group Ticket in der Frühbucherversion besorgt. Hiermit fährt man ab 38 Pfund für zwei Erwachsene und zwei Kinder Hin und zurück. Natürlich sind National Express oder andere Busunternehmen etwas günstiger, aber es hat sich als praktisch erwiesen, dass man sich im Zug etwas besser bewegen kann und schneller am Ziel ist.

Allein der Transport zum Flugzeug war bereits spannend…

In London selber haben wir  die Oyster-Card genutzt, was durchaus praktisch war, da Kinder bis 11 Jahren im Londoner ÖPNV noch nichts bezahlen. Für unseren Großen war die U-Bahn zwar unheimlich spannend – mit den ganzen Gängen und Rolltreppen – aber wir haben nach Möglichkeit die Busse genommen. Im Obergeschoss mitzufahren ist auch nicht gerade alltäglich und man sieht einfach mehr von der Stadt.  Wir hatten bereits Oystercards. Diese sind aber auch sehr unkompliziert hier buchbar.–> mehr Infos: Bus oder U-Bahn?

Unterkunft

Unterkunftsmäßig haben wir uns gegen ein Hotel entschieden. Dort wäre man in der Tat am Ende eines Tages an das Zimmer gefesselt, wenn die Kinder noch nicht alt genug sind um sie alleine zu lassen. Entsprechend haben wir nach einer Ferienwohnung Ausschau gehalten. Unabhängig von AirB&Bwächst der Markt für Ferienwohnungen in London ständig, handelt es sich doch um einer recht lukrative Einnahmequelle für Vermieter.

Wir haben bei Tower Bridge Apartements / Apartements apartgebucht und haben für drei Übernachtungen 587 Pfund bezahlt. Das war nicht wenig, aber sowohl die Lage (ziemlich direkt an der Tower Bridge) als auch der großzügige Schnitt mit insgesamt 6 Schlafmöglichkeiten (4x Bett, 2x Sofa) machten die Wohnung ideal. Hier konnten wir unserem eigenen Rhythmus folgen – und dadurch, dass wir selber kochen konnten, haben wir auch wieder etwas Geld gespart.

Direkt in der Umgebung gab es praktischer Weise einen kleinen Tesco Local, einen Fish and Chips – Laden und einen Park mit kleinem Spielplatz. In der Verwaltung in der Union Street, unweit des Borough Markets, konnten wir zudem unser Gepäck sowohl nach der Ankunft als auch vor der Abfahrt zwischenparken – ganz gut erreichbar über die U-Bahn-Haltestelle London Bridge (Jubilee oder Northern Line). 

Unternehmungen – unser Programm

In der Vorbereitung der Reise, haben wir mit unseren Jungs ein paar Reiseführer für Kinder gewälzt um uns schon einmal einzustimmen und Ideen für Aktivitäten zu sammeln. Als ganz gut haben sich von lonely planet „Komm mit nach London“ und „London – der cool verrückte Reiseführer„erwiesen. Letzterer hat mir ein wenig besser gefallen, da er noch geschichtenbetonter ist… So war unser Sohnemann fast besser vorbereitet als wir :o)

Aber nun… wir haben im Vorhinein die meisten Dinge gemeinsam geplant. Für unseren Sohn stand fest: wir müssen auf die Tower Bridge (–> Bericht) und wir müssen uns den Wachwechsel ansehen – ach ja, und das London Eye durfte auch nicht fehlen. Darüber hinaus standen auf dem Programm: Natural History – und Science Museum, Harrods, Sky Garden (–> Bericht), Borough MarketHamley´s Flagshipstore an der Regent Street, Trafalgar Square und Picadilly Circus oder St. Martin in the Fields. Aber egal was man so macht, die Hauptsache war, dass das Programm nicht zu voll zu stopfen und sich viel Zeit lassen zu können, etwa um auf einem Spielplatz einige Zeit zu verbringen. Hiervon gibt es mittlerweile recht viele, egal ob im St. James – Park, nahe Tower Gateway Station, neben dem London Eye im Jubilee Park oder der bekannte Diana Memorial Playground im Hyde Park. Hier half uns die App „Spielplätze in der Nähe“ ziemlich gut weiter! Leider gibt´s diese nur für Android-Handys. Gut zur Vorbereitung war aber auch die App Playground Buddies

Alternativ man kann links und rechts der gewohnten Pfade ein wenig spazieren (z.B. das Südufer der Themse entlang) oder einfach mal im Bus sitzen bleiben. So standen im Schnitt zwei Sehenswürdigkeiten fix auf unserem Plan, alles Weitere hat sich immer nach Lust und Laune ergeben. Zumal die vielen neuen Eindrücke und das Tempo der Stadt vor Allem nicht-Stadtkinder schneller ermüden.

Alle diese Sehenswürdigkeiten waren für unseren Sechsjährigen wirklich toll. Etwas enttäuschend war lediglich, dass bei der extrem interessanten Dinosaurierausstellung im Natural History Museum das Zugpferd „Dippy“ – ein Diplodocus – Skelett – gerade auf Englandtour war und nicht in London weilte. Aber dennoch war das Museum eines der Highlights, ebenso wie die Tower Bridge Experience – hier konnten wir sogar von oben sehen, wie die Brücke hochgezogen wurde – und das London Eye. 

In der Diskussion um die teilweise recht hohen Eintritte haben wir uns gegen einen London Pass oder eine London City – Card entschieden. Denn wir hätten zu viel an einem Tag abarbeiten müssen um die Kosten wieder hineinzubekommen. Das Riesenrad wurde durch die 2for1-offers des ÖPNV günstiger: An Tagen, an denen man mit dem Zugnetz Englands unterwegs ist, bekommt man solche Angebote für viele der Sehenswürdigkeiten, Shows oder Restaurants. Es lohnt sich ggf. auch eine Karte von Victoria-Station zum nächsten Bahnhof zu kaufen, nur um die Angebote in Anspruch nehmen zu können. Ansonsten haben wir alle weiteren Sehenswürdigkeiten im Vorfeld online gebucht – dort bekommt man ganz gute Rabatte und ein Anstellen an der Kasse fällt weg. Ansonsten haben wir darauf geachtet, viele kostenlose Dinge mitzunehmen.

Übersicht – dieses Jahr

kostenlos: Natural History Museum, Science Museum, Hamleys, Sky Garden (TIPP!), Wachwechsel, div. Traditionelle Wahrzeichen/Plätze/Brücken, Borough Market, Tate Modern

kostenpflichtig: London Eye, Tower Bridge Experience, Harry Potter Foto in King´s Cross Station

Was wir für das nächste Jahr auf dem Zettel haben:

British Museum, Greenwich mit Cutty Sark und National Maritime Museum, Tower, ein Musical, Battersea Park Childrens Zoo, London Zoo, Kew Gardens, … Es gibt also viel zu sehen. Denn natürlich ist das nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was auch mit den kleinen möglich ist. Die verschiedenen Märkte oder der Springbrunnen zum nass werden in Kings Cross oder das Museum of London sind weitere Möglichkeiten.

Sonstiges…

Die erste Sache, die sich als toll erwiesen hat, war die Karte „London Children´s Map„. Mit dieser haben wir immer den Tag noch einmal Revue passieren lassen  und angekreuzt, wo wir waren. Gleichzeitig haben wir dann immer den Folgetag vorbereitet. Toll hieran sind auch die Aufkleber, die mitgeliefert werden: „Hier habe ich ein Restaurant besucht“ oder „Hier habe ich einen Dino gesehen“. Natürlich gibt es auch andere…

Gut war auch, dass in vielen Museen oder Galerien recht günstige Kid´s Menus verkauft werden mit Sandwich, Getränk, Nachtisch, Gemüse und Obst. Das war öfter ein gutes Mittagessen.

 Ebenso hat sich gezeigt, dass wir doch mehr gelaufen sind als gedacht und wir waren wirklich froh, auch für den Sohnemann gutes, festes Schuhwerk dabei zu haben. So hat er deutlich mehr geschafft! 

Ganz stolz war unser Großer darüber, dass er auch dem Englischunterricht (erste Klasse…) einige Brocken Englisch verstand. Noch besser fand er, dass wir gemeinsam einige Floskeln (How are you? I´m fine…) geübt haben. So ist er – nach anfänglicher Schüchternheit – stolz wie Bolle mit einigen Menschen „ins Gespräch“ gekommen. Das war sehr nett.

Damit der uns nicht verloren ging, haben wir ihm eine Handynummer nicht nur mit einem kleinen Text in den Brustbeutel gesteckt, sondern sicherheitshalber auch auf die Hand geschrieben, falls er verloren gehen sollte. Aber das ist – Gott sei Dank – nicht passiert.

 Spannend war für unseren Großen auch, einfach mal einen englischen Supermarkt zu durchforsten und zu schauen, was es für Produkte  anderen gibt als in Deutschland. So waren für ihn z.B.  Crumpets etwas, was bei keinem Frühstück mehr fehlen durfte… 🙂

Soweit so gut… Insgesamt hat sich auch gezeigt, dass man nur noch wenig Papier brauchte. Viele Attraktionen oder Verkehrsanbieter arbeiten mit Apps oder Mails (-> pdf-Tickets). Das ist schon recht gut. Hier noch mal die Sammlung von den Apps, die wir genutzt haben:

Weitere interessante Blogs/Artikel zum Thema:

Habt ihr weitere Tipps oder gute / schlechte Erfahrungen gemacht? Ich freue mich über jede Rückmeldung 🙂

Hier geht´s zu Teil 2 des Eintrags…

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