Wer Harry Potter und der Stein der Weisen gesehen hat, erinnert sich vielleicht an die berühmte Szene im Reptilienhaus. Genau dort steht man auch heute noch. Doch der ZSL London Zoo hat weit mehr zu bieten als einen kurzen Filmauftritt: seltene Tierarten, eine kleine Auszeit vom hektischen London und einen spannenden Tagesausflug für die ganze Familie. (zuletzt aktualisiert 07/2026)
Aus der Geschichte des ZSL London Zoo
Fast 200 Jahre ist der Zoologische Garten der Zoological Society of London (ZSL) mittlerweile alt. Im Jahr 1828 wurde durch die Wissenschaftliche Zoologische Vereinigung im Regents Park der erste Zoo vor dem Hintergrund wissenschaftlichen Interesses gegründet, nicht allein um der Unterhaltung Willen, wie etwa die Löwen im Tower.
Nach und nach wuchs der Zoo: 1849 entstand das damals europaweit einzigartige Reptilienhaus, 1853 folgte das Aquarium. Später kamen unter anderem das Insektenhaus und der Kinderzoo hinzu.
Wenn ihr mehr über den Zoo erfahren wollt, dann lohnt es sich, auf dessen Webseite ein wenig herum zu surfen. Nicht nur die Geschichte rund um den Zoo und seiner Häuser (inkl. diverser renommierte Architekten, die sich im Zoo verewigen durften) findet ihr dort. Auch Geschichten aus dem Zooleben werden erzählt, wie etwa die wahre Geschichte hinter Winnie the Pooh. Die Seiten sind sehr spannend gemacht und ihr könnt euer neu erworbenes Wissen auch in Quizzen testen.
Was erwartet euch heute: unsere tierischen Highlights
Mittlerweile leben im ZSL London Zoo über 25.000 Tiere aus mehr als 550 Arten – da merkt man schnell, dass man für einen Besuch genügend Zeit einplanen sollte.
Reptilien
Heute ist der Zoo vor Allem für sein Reptilienhaus aus dem ersten Harry Potter Film bekannt. Für Harry-Potter-Fans gehört das Reptilienhaus deshalb fast schon zum Pflichtprogramm. Denn natürlich wird in dem Haus auch kräftig mit diesem Kinoauftritt geworben und man kann sich im Schlangenterrarium in seinen Parsel-Fähigkeiten üben. Aber auch darüber hinaus findet ihr dort verschiedenste Tierarten – vom Lurch bis zum Krokodil.







Doch auch zahlreiche andere Tiere könnt ihr beobachten. Das gelingt am besten, wenn ihr den verschiedenen Rundkursen folgt, die farbig markiert sind und somit eine gute Orientierung bieten (hier findet ihr die Karte des Zoos). Denn ansonsten sind die Wege im Zoo durchaus etwas unübersichtlich. Das ist irgendwie logisch, da der Zoo in seinen Grenzen weitgehend gefangen ist und kaum expandieren kann. Neben den Vögeln, Giraffen oder Affen waren für uns aber die folgenden Tiere ganz besonders:
Von Ameisen und Spinnen – Das Tiny Giants House
Das „Tiny Giants House“ widmet sich den kleinen Riesen, etwa Afrikanische Riesenschnecken, Heuschrecken oder zwei beeindurckenden Ameisenkolonien und Korallenriffen. Am beeindruckendsten war dabei der Spinnengang. Ein kleiner Rundgang – etwa 10 Meter lang – wurde regenwaldartig bepflanzt, wodurch eine Art grüner Tunnel entstand. In den Bäumen wurden unzählige recht großer Radnetzspinnen angesiedelt, unter und neben denen her einen der Weg führt. Ein freundlicher Zoomitarbeiter steht immer für Informationen oder bei akuten Ekelanfällen bereit. Immerhin: Die Spinnen verlassen nie ihre Netze. Auch wenn es sich um größere Exemplare handelt, sind ihnen Menschen recht egal. Gleichzeitig sind sie ungiftig. Anders als die in einem der Terrarien gehaltene schwarze Witwe. Nebenbei: Man sich kann im Zoo auch gegen eine Spinnenphobie am lebenden Objekt behandeln lassen. Ein wirklich außergewöhnlicher Bereich des Zoos!
Selten zu sehen – Gorillas und Komodo-Warane
Besonders waren auch die Gorillas, die man in so großen Gruppen auch selten zu sehen bekommt oder weitere selten in Zoos gehaltene Tiere wie etwa die Komodo-Warane. Die australischen Riesen-Wüstenechsen mit ihrem kräftigen Schwanz und ihrem für Beutetiere gefährlichen Biss gehören sie zu den beeindruckendsten Echsen der Welt.
Auf der anderen Seite ist man aber auch im Schmetterlingszelt oder dem Vogelhaus den frei fliegenden Flattermännern sehr nahe.















Großkatzen & Pinguine
Beeindruckend sind die weitläufigen Großkatzengehege. Verschlungene Pfade und hölzerne Brückenkonstruktionen führen einen an Löwen und Tigern vorbei. Leider sind die Gehege so gut angelegt, dass die Tiere sich sehr gut zurückziehen können – ohne von den Besuchern gesehen zu werden. Im Sinne einer artgerechten Haltung ist das natürlich ein großes Plus.
Während die Großkatzen im Hauptteil leben, findet ihr andere größere Tiere auf der „anderen Seite“ des zweigeteilten ZSL London Zoo. Ein Tunnel unter der Straße verbindet die beiden Teile.




Besonders gut fanden meine Kinder im Übrigen die Pinguinanlage. Eine relativ große Pinguinkolonie vertreibt sich hier die Zeit und man kann sich die immer aktiven Gesellen über und durch eine Glasscheibe auch unter Wasser anschauen und dabei die Zeit vergessen.









Routen durch den Zoo
Unsere Highlights spiegeln natürlich vor allem unseren persönlichen Geschmack wider. Wenn ihr den Zoo lieber systematisch erkunden möchtet, könnt ihr euch an den farblich markierten Rundwegen orientieren. So verpasst ihr keine der großen Themenwelten und findet euch auf dem weitläufigen Gelände deutlich leichter zurecht.
🩷 Rosa Route (Afrika): Hier erwarten euch unter anderem Giraffen, Zebras, Flusspferde und das „Monkey Valley“.
💙 Blaue Route: Auf dieser Strecke liegen unter anderem das „Gorilla Kingdom“ und der beliebte Pinguinstrand.
🧡 Orangene Route: Hier geht es zu den Großkatzen im „Land of the Lions“ sowie ins „Tiger Territory“.
Kinder und Familien
Kinder und Familien ist ein gutes Stichwort. Natürlich ist der Zoo auf Familien ausgelegt. Picknickplätze. Ein großer Spielplatz (eher für die bis fünfjährigen), ein kleiner Streichelzoo mit Ziegen und viele Kleinigkeiten (wie etwa lustige Fotospots) machen neben den Tieren selber den Besuch zu einem doch ganz attraktiven Erlebnis für Familien.
Praktisch ist natürlich: trotz riesigem Gelände können Kinder nicht wirklich verloren gehen. Es gibt viel zu bestaunen und der Zoo wirkt inmitten der Hektik der Stadt wie eine kleine Oase der Ruhe. Man bekommt nicht viel vom Stadtlärm mit. Dazu trägt bei, dass der Zoo am Rande des Regents Parks liegt.
Für kulinarische Selbstversorger findet ihr viele gemütlich Picknickecken, in denen ihr euer selbst gemachtes Essen genießen könnt. Mein Tipp: Esst etwas antizyklisch. Zur klassischen Mittagszeit ist hier in der Regel viel los. Für Freunde von fremdgekochtem Essen, gibt es natürlich auch ausreichend Restaurants.
Anfahrt, Preise, Öffnungszeiten
Die Anfahrt
Viele Wege führen nach Rom und fast genauso viele zum ZSL London Zoo. Die wahrscheinlich schnellste Variante ist die über Camden. Mit der Northern-Line fahrt ihr bis Camden Town. Von da aus könnt ihr am Kanal entlang recht entspannt in 20 Minuten zu Fuß zum Zoo gelangen. Alternativ ist das auch ein guter Rückweg – man kann in Camden noch einmal shoppen oder sich mit Streetfood versorgen. Vielleicht habt ihr ja auch Lust, in der Camden Bakery zu frühstücken oder mit Kindern den Babylon Park – einen großen Indoor-Spielplatz – zu besuchen.
Wollt ihr in Camden Town nicht aussteigen, weil es zu wuselig und voll ist, fahrt mit der Northern Line einfach eine Haltestelle weiter, bis Chalk Farm. Auch von da aus sind es nur 17 Minuten zu Fuß. Hier findet ihr die Wegbeschreibung.
Seid ihr eher mit der Bakerloo, Circle, Metropolitan oder Hammersmith & City Line unterwegs, fahrt bis zur Haltestelle Baker Street. Von dort aus könnt ihr mit der Buslinie 274 (northbound) alle 12 Minuten zum Zoo gelangen. Auf dem Weg läge noch das Sherlock Holmes Museum (falls ihr vorher oder nachher noch Zeit habt).
Eine weitere Buslinie, die am Zoo vorbei fährt ist die Nr. 88 (Parliament Hill bis Clapham Commons). Ihr steigt in Richtung Great Portland Street bei den Rengents Barracks aus und in Richtung Kentish Town ist es die Haltestelle Prince Albert Street / London Zoo.
Die Preise
Man kann echt viele tolle Dinge zum Zoo sagen. Weniger gut sind die Eintrittspreise. Die sind – wie zu erwarten war – wirklich gesalzen. Je nach Menschenaufkommen sind die Preise unterschiedlich gestaffelt. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen den Wochenendetagen und den Tagen in der Woche. In der Woche ist es natürlich günstiger. Darüber hinaus gibt es noch eine Kategorie „off peak“. Das sind die „in der Woche Tickets“ in den Wintermonaten ab September.
| Ticketkategorie | Erwachsene | Kinder (3–15) | Family Ticket* |
|---|---|---|---|
| Peak | £34.50 | £24.10 | ✔ verfügbar |
| Standard Weekend | £33.60 | £23.50 | ✔ verfügbar |
| Standard | £31.80 | £22.20 | ✔ verfügbar |
| Off Peak Weekday | £27.70 | £19.40 | ✘ nicht verfügbar |
* Family Tickets können online für 3 oder 4 Personen gebucht werden und sind an Standard- und Peak-Tagen, jedoch nicht an Off Peak Weekdays, erhältlich. Je nach Termin spart ihr dabei bis zu £39 gegenüber dem Kauf einzelner Tickets.
Alle Tickets könnt ihr über die Webseite des Zoos die Tickets online buchen.
👉 Mein Tipp: Kauft eure Tickets möglichst vorab online. Das ist nicht nur günstiger als der Kauf an der Tageskasse, sondern sichert euch auch den gewünschten Zeitslot. Noch besser wird das Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn ihr den Zoo mit einem Go City Explorer Pass oder dem London Pass besucht. Auch das 2-for-1-Angebot von National Rail ist weiterhin eine interessante Sparmöglichkeit für Bahnreisende.
Und wir hätten auch niemals mit vier Personen den Zoo besucht, bei diesem Eintritt. Wir haben uns damals für den Go City Explorer Pass entschieden, den wir mit drei inkludierten Eintritten gebucht haben.
Die Öffnungszeiten
Grundsätzlich hat der Zoo zwischen 10 und 16 Uhr offen. Die Zeiten variieren von Jahreszeit zu Jahreszeit etwas. Im Frühjahr und Herbst könnt ihr bis 17 Uhr in den Zoo und in. den Sommermonaten sind die Tore gleich bis 18 Uhr für euch geöffnet. Jeweils eine Stunde vor Ende der Besuchszeit schließt der Einlass.
Die immer aktuellen Öffnungszeiten findet ihr auf der Website des Zoos.
Fazit
Mir hat der Besuch im ZSL London Zoo richtig gut gefallen. Vor allem die Mischung aus seltenen Tierarten, großzügigen Gehegen und der ruhigen Lage im Regent’s Park macht ihn zu einem der schöneren Zoos, die ich bisher besucht habe. Vor Allem für Familien mit Kindern lohnt sich ein Besuch, da sie sich im Zoo freier und weniger diszipliniert als in der Stadt bewegen können. Das ist ein ganz guter Ausgleich zum Stadttrubel.
Die Lage direkt am Regents Park ist traumhaft und man hat gleichzeitig ein Programm, das bis zu einem ganzen Tag ausfüllt. Der Fußweg nach Camden ist kurz und am Kanal entlang lassen sich Hausboote bestaunen, aber auch der königliche Park ist immer einen Besuch wert.
Wie viel Zeit solltet ihr einplanen?
⏱️ Mindestens 4–5 Stunden, mit Kindern gerne einen ganzen Tag. Allein das weitläufige Gelände lädt dazu ein, zwischendurch eine Pause einzulegen oder auf einem der Picknickplätze zu entspannen.
Das einzige Manko ist wie so oft in London der Preis des Ganzen. Denn der ist wirklich üppig. So müsst ihr selber entscheiden, ob es euch das wert ist, oder ob es vielleicht reicht, etwa den deutlich günstigeren Battersea Park Childrens Zoo oder eine der meist kostenlosen City Farms zu besuchen
| Lohnt sich der ZSL London Zoo für…? | Meine Einschätzung |
|---|---|
| 👨👩👧 Familien | ⭐⭐⭐⭐☆ Einer der schönsten Zoos Europas mit vielen Spiel- und Picknickmöglichkeiten. Aber: Der Preis ist heiß! |
| 🐍 Harry-Potter-Fans | ⭐⭐⭐☆☆ Das berühmte Reptilienhaus ist ein tolles Extra, aber längst nicht alles. |
| 🦁 Tierfreunde | ⭐⭐⭐⭐⭐ Große Artenvielfalt und moderne Gehege. |
| 💷 Sparfüchse | ⭐⭐☆☆☆ Ohne Rabatt oder Sightseeing-Pass wird es schnell teuer. |
| 🌳 Regent’s-Park-Besucher | ⭐⭐⭐⭐☆ Lässt sich hervorragend mit einem Spaziergang durch den Park oder einem Bummel nach Camden verbinden. |
| 🇬🇧 London-Neulinge | ⭐⭐⭐☆☆ Ein schöner Tagesausflug – allerdings nur, wenn das Budget mitspielt. |
👉 TIPP: Hier findest du übrigens alle Artikel, die in meinem Blog für einen Familienurlaub mit Kindern spannend sind.
Impressionen vom Weg nach Camden:







4 Kommentare zu „Komodowarane treffen Giraffen: der ZSL London Zoo“