Das Victoria and Albert Museum gehört für viele zu den bekanntesten Museen Londons. Kunst, Design und Kunsthandwerk aus unterschiedlichsten Epochen und Regionen der Welt treffen hier aufeinander.

Mit dem neuen V&A Storehouse im Osten Londons geht das neue Museum nun allerdings einen etwas anderen Weg: Statt klassischer Ausstellungsräume erwartet euch hier ein begehbares Museumslager. Zwischen meterhohen Regalen könnt ihr Objekte entdecken, die sonst meist im Archiv verschwinden würden, Restauratorinnen und Restauratoren bei der Arbeit beobachten oder per QR-Code tiefer in die Geschichten hinter den Exponaten eintauchen.

Das Konzept wirkt dabei deutlich offener und experimenteller als viele traditionelle Museen – und genau das macht den Besuch durchaus spannend.

Was erwartet dich?

Das Besondere am Storehouse

Das Storehouse hat erst im Mai 2025 eröffnet und gehört damit zu den neueren Ausstellungen in London. Entsprechend neu wirkt es auch noch. Das System ist dabei ganz anders als in normalen Museen, etwa dem Design Museum. Das Storehouse ist – wie der Name es sagt – als Lager konzipiert. In riesigen Regalreihen findet ihr eine Vielzahl an Exponaten aus verschiedensten Themenwelten, unterschiedlichsten Epochen und vielen Ländern.

Was die Ausstellungsstücke vereint ist der Designgedanke und der Wunsch, die Objekte und Ideen zu konservieren. Genau diese Mischung macht den Reiz des Museums aus:

Neben antiken Skulpturen findet ihr plötzlich die Originalgitarre von KISS-Gitarrist Paul Stanley, riesige Architekturfragmente oder sogar Teile eines Plattenbaus inklusive Wohnungseinrichtung. Beeindruckend ist auch ein hallengroßer, handgenüpfter Wandteppich. Das frisch eröffnete V&A Storehouse wirkt dadurch manchmal weniger wie ein klassisches Museum und mehr wie eine riesige Schatzkammer für Design und Alltagsgeschichte.

👉 Mein Tipp: Besonders spannend wird der Besuch, wenn ihr mit dem Smartphone die QR-Codes an den Regalen scannt. Dadurch verwandelt sich das riesige Lager plötzlich in eine Sammlung voller Geschichten: Woher stammen die Objekte? Warum wurden sie aufbewahrt? Was macht sie besonders? Gerade dadurch könnt ihr selbst entscheiden, wie tief ihr in einzelne Themen eintauchen möchtet.

Besonders interessant fand ich außerdem den Blick in die Restaurierungswerkstätten.
Durch große Fenster könnt ihr beobachten, wie Mitarbeitende des Museums Exponate reinigen, untersuchen oder restaurieren.

Gerade diese Mischung aus Ausstellung und „Museumsalltag“ macht das Storehouse deutlich spannender als viele klassische Museen. Man bekommt ein echtes „behind the scenes – Gefühl“.

Besondere Ausstellungen – David Bowie

Ein besonderes Highlight ist die eigene David Bowie-Ausstellung.

In einem separaten Bereich zeigt das Museum wechselnde Exponate rund um den Ausnahmekünstler – darunter Bühnenoutfits, Videos, Platten und persönliche Erinnerungsstücke.

Gerade für Fans dürfte allein dieser Bereich schon ein gutes Argument für den Besuch sein.

Das Café

Nach dem Rundgang könnt ihr im Café noch eine Pause einlegen und euch noch ein Heißgetränk gönnen.

Der Kaffee war lecker und das Personal freundlich. Die Preise fand ich allerdings recht hoch und organisatorisch wirkte noch nicht alles ganz eingespielt.

Beim nächsten Besuch würde ich vermutlich eher außerhalb etwas essen oder trinken.

Preise, Öffnungszeiten Anfahrt

Eintritt

Wie das Stammhaus auch, ist das V&A Storehouse kostenlos, ihr braucht also keinen Eintritt zu bezahlen. Selbst die Bowie-Ausstellung ist bereits im Eintritt enthalten – für London definitiv keine Selbstverständlichkeit. Das entschädigt ein wenig den langen Anfahrtsweg.

Anfahrt

Das neue Museum liegt im Osten Londons am Rand des Queen Elizabeth Olympic Park im Stadtteil Stratford.

Zentral ist die Lage nicht gerade – die Anfahrt funktioniert aber überraschend unkompliziert.

Öffnungszeiten

  • täglich: 10.00 – 18.00 Uhr
  • Donnerstag und Samstag: 10.00 – 22.00 Uhr

Lohnt sich der Besuch im V&A Storehouse?

Ich fand den Besuch schon beeindruckend. Nicht unbedingt wegen einzelner „berühmter“ Exponate, sondern wegen des gesamten Konzepts.

Die Art und Weise, wie das Museum gestaltet ist, ist so ganz anders als traditionelle Museen. Statt perfekt kuratierter Museumssäle lauft ihr hier durch ein riesiges offenes Archiv voller Design, Geschichte und manchmal ziemlich absurder Objekte (wie etwa das allererste Youtube-Video).

Auch die Tiefe und Dauer meines Besuchs kann ich z.B. anhand der QR-Codes gut steuern. Da wurde in der Tat ein beeindruckendes Bauwerk hingesetzt.

Wer sich für Design, Kunst, Architektur oder ungewöhnliche Museen interessiert, sollte das Storehouse definitiv auf die London-Liste setzen.setzen.

Wenngleich das Museum auch wirklich weit draußen ist, lässt es sich ganz gut mit dem Besuch im Olympic Park verbinden. Besonders bei gutem Wetter lohnt es sich, hier vorbei zu schauen. Tretbootfahren, ein Besuch im West-Ham-Stadion, die übertrieben lange Rutsche vom Arcelor Mital Orbit oder das ebenso neue V&A East (mehr dazu bald) sind weitere mögliche Besichtigungspunkte, die den Anfahrtsweg lohnend machen.

👉 Tipp: Du magst Museen und Ausstellungen? Hier findest du eine Übersicht über alle Beiträge dazu hier im Blog.

Ein Kommentar zu „V&A East Storehouse: Londons vielleicht ungewöhnlichstes Museum?

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