Wenn ihr auf verschiedenen Webseiten und Blogbeiträgen Titel wie „7 unbekannte Orte in London“, „versteckte Geheimtipps in London“ oder „London hidden places“ lest, wird euch in vielen Fällen die Ruine der Kirche Saint Dunstan-in-the-East begegnen. Warum das so ist und ob sich ein Besuch lohnt, gehe ich in diesem Beitrag auf den Grund.
Was ist St Dunstan-in-the-East?
Geschichte der Kirchenruine
Eigentlich handelt es sich bei St Dunstan-in-the-East um eine Kirchenruine, die heute von gläsernen Fassaden und Bürokomplexen umgeben ist und etwas versteckt in der Nähe des Monuments of the Great Fire von 1666 liegt.
Die ursprüngliche Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut und Mitte des 17. Jahrhunderts unter der Leitung von Sir Christopher Wren umgestaltet und erweitert. Wren hatte sich unter anderem durch den Bau der St Paul’s Cathedral einen Namen gemacht. Aber auch darüber hinaus hat er etwa 50 Kirche in der City of London nach dem großen Feuer neu gezeichnet und aufgebaut.
Nach dem „Great Fire“ war aber der „Blitz“ – die Angriffe der deutschen Luftwaffe im 2. Weltkrieg – ein weiteres Ereignis, das die Kirche in Schutt und Asche legte. Von dem gotischen Kirchenschiff blieb nicht mehr viel übrig und wieder aufgebaut wurde das Gotteshaus auch nicht.
Der heutige Garten – ein versteckter Ort in London
Vielmehr hat man das Gebäude 1970 in einen Park umgewandelt. Dieser ist der Öffentlichkeit zugänglich und wird häufig als Rückzugsort im hektischen Bankenviertel sowie für Fotoshootings oder Freiluftgottesdienste genutzt.
Der Turm der Kirche ist nach wie vor intakt und wird teilweise vermietet. Insgesamt steht das Gebäude (inklusive Park) unter Denkmalschutz, bleibt also der Nachwelt in der aktuellen Form erhalten und muss nicht einem Wolkenkratzer weichen. Der Park hat dabei eine ganz eigene Atmosphäre. Das alte Gemäuer und die Efeu bedeckten Bäume erzeugen ein tolles Spiel von Licht und Schatten und mal fühlt sich schnell so, als sei man nicht mehr im Herzen der Großstadt.
Lage und Tipps für den Besuch
St Dunstan liegt zwischen den Tube-Haltestellen Monument und Tower Gateway. Beide Stops erreicht ihr mit der Circle– und District Line. Welche Station sinnvoller ist, liegt also daran, aus welcher Richtung ihr gerade kommt. Von dort aus ist es ein kleiner Fußmarsch von etwa 10 bis 15 Minuten Fußweg entlang der Great Tower Street. Die Adresse ist: St Dunstan´s Hill, London, EC3R 5DD
Der Eintritt ist gratis, ihr solltet darauf achten, dass ihr zwischen 8.00 und 19.00 Uhr vor Ort seid. Zu anderen Zeiten ist der Garten geschlossen. Dies gilt auch für den ersten und zweiten Weihnachtstag sowie Neujahr. Ansonsten seid ihr jeden Tag willkommen.
Lohnt sich ein Besuch?
Ganz so sehr das „Hidden Gem“, wie viele Webseiten behaupten, ist St Dunstan-in-the-East nicht mehr. Entsprechend sind auch schon einige Touristen dort unterwegs. Das seht ihr nicht allein an dem entsprechenden Hashtag auf Insta. Wenn man aber vor allem zu Randzeiten dort ist, hat sich die Kirchenruine durchaus ihren Charme erhalten. Und als Fotokulisse ist sie natürlich wirklich gut geeignet. Entsprechend kann ich schon verstehen, wenn der Ort empfohlen wird.
Gleichzeitig sind mit dem Sky Garden, The Garden at 120, The Lookout, Monument, dem Tower, Leadenhall Market, etc. ziemlich viele Sehenswürdigkeiten in der Gegend zu finden, und so lohnt sich ein kleiner Abstecher eigentlich immer. Denn letztlich ist der Garten wirklich schön und in den Morgenstunden oder wenn die Sonne sich senkt extrem atmosphärisch. Zu diesen Zeiten vergisst man wirklich den Trubel der Stadt ringsherum.
Fazit: Ich würde für den Park nicht weit nach Außerhalb fahren, aber wenn ich sowieso etwas in der Gegend vor habe, ist es durchaus einen kleinen Abstecher wert. Wenn ich allerdings auf Fotosafari bin, ist St Dunstan-in-the-East dennoch eine sehr lohnenswerte Kulisse.
👉 St Dunstan in the East gehört zu den schönsten versteckten Orten in London. Schau doch einmal in meinem Artikel zu „London abseits der Touristenpfade“ vorbei. Da gibt es mehr Hidden Gems..







4 Kommentare zu „Hidden Gem oder übertriebener Hype? Saint Dunstan-in-the-East“