London lässt sich auf ganz unterschiedliche Weise entdecken: mit der Tube, dem Bus oder einem Taxi. Am liebsten bin ich allerdings zu Fuß unterwegs. Erst dann fallen die kleinen Gassen, versteckten Innenhöfe und unscheinbaren Details auf, an denen man sonst einfach vorbeifährt. Noch spannender wird es, wenn ein ortskundiger Guide diese Geschichten erzählt – genau das machen die London Walks. Egal ob Geschichte, Musik, Pubs oder versteckte Gassen – mittlerweile habe ich mehrere Touren ausprobiert und kann den Anbieter wirklich empfehlen. Unser erster Walk führte uns…(aktualisiert 07/2026)
Inhalt:
Geführte Walks – Lohnt sich das?
Gerade wenn ihr London schon einmal besucht habt, sind diese Touren eine tolle Möglichkeit, die Stadt noch einmal ganz neu kennenzulernen. Die Spaziergänge folgen jeweils einem bestimmten Thema und führen euch sowohl zu bekannten Sehenswürdigkeiten als auch zu versteckten Orten. Die Guides liefern dabei spannende Hintergrundinformationen, die man allein kaum entdecken würde.
Unseren ersten Walk haben wir über London Walks gebucht. Für £20 (Kinder £5) wurden wir etwa zwei Stunden lang durch ein weniger bekanntes, „hidden“ London geführt – das entspricht auch der üblichen Dauer der meisten Touren.
🤓 Ein Hinweis: Die Touren sind für Kinder erst dann wirklich interessant, wenn sie gut Englisch verstehen. Das gilt natürlich auch für Erwachsene.
Bezahlt wird in der Regel direkt beim Guide zu Beginn der Tour. Bargeld ist eher unüblich, und Wechselgeld gibt es meist nicht – Kartenzahlung ist im Gegenzug aber problemlos möglich.

Unsere Tour: „Hidden London“
Unsere Wahl fiel auf „Hidden London“, weil wir viele klassische Sehenswürdigkeiten bereits kannten. Genau deshalb wollten wir Orte entdecken, an denen wir sonst vermutlich einfach vorbeigelaufen wären.
Vorab solltet ihr euch online anmelden, auch wenn es bei manchen Anbietern möglich ist, einfach zum Treffpunkt zu kommen. So sichert ihr auf jeden Fall, dass die Tour stattfindet.
Unser Treffpunkt war das Monument (U-Bahn-Station Monument, District oder Circle Line). Die Gruppe bestand aus etwa zehn Personen – eine ideale Größe: überschaubar, mit ausreichend Raum für Fragen, aber trotzdem zügigem Tempo.
Die Route und ihre Highlights
Über Stationen, wie den London Stone, St. Dunstan in the East (hier geht´s zum Blogeintrag), auf kleinen Wegen hin zu St. Pauls Cathedral (-> Blogeintrag), endete der Walk an der Büste von Samuels Johnsons Katze Hodge.
🤓 Nice to know: Doc Johnson war eine wirklich schillernde Persönlichkeit, die im 18. Jahrhundert im heutigen Stadtteil Bank lebte. Seinen auch für deutsche Schülerinnen und Schüler hohen Bekanntheitsgrad erlangte er unter Anderem durch das von ihm als erstem verfasste Vorläuferbuch zum „Oxford Dictionary of National Biography“.
Während er mit Menschen eher nicht so gut klar kam, sorgte er sich hingebungsvoll um seine Katze(n). Entsprechend gibt es diese Büste. In den Wassernapf sollte man immer ein paar Pence legen. Schon Johnson war gegenüber Mittellosen immer recht freigiebig und diese Tradition hat sich über die Statue gehalten. Das abgelegte Geld ist für auf der Straße lebende Menschen gedacht.
Fazit zur Tour
Unser Fazit ist eindeutig: eine rundum gelungene Tour mit einem großartigen Guide. Trotz der zentralen Lage haben wir viele neue Wege entdeckt und zahlreiche „hidden gems“ gesehen. Der Guide war erfahren, beantwortete alle Fragen kompetent und vermittelte sein Wissen mit viel Humor.
Auch preislich ist das Angebot absolut fair und sein Geld wert.
Beispiele für weitere Touren
Egal ob London-Anfänger, Fortgeschrittener oder Special Interest: man findet sein Thema und seine Tour, z.B.:
- Westminster Abbey Tour
- The Seven Capital Sins – The Capital Vices
- A Village in Piccadilly
- The Jack the Ripper Walking Tour
- Jewish London
- The Blitz
- Crime and Punishment
- The Beatles „IN MY LIFE“
- The London of Oscar Wilde Tour
- The Secret Pubs in…
- …..
Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der verschiedenen Tourthemen. Nicht alle Touren werden dabei jeden Tag angeboten und finden auch mal morgens und mal nachmittags oder abends statt. Man muss sich einfach vorher informieren (z.B. hier: https://www.walks.com/walks-by-day/monday/ ).
Weitere Walks, die wir ausprobiert haben
Update Januar 2023 – „Royal London“
Auch wenn ich persönlich nicht allzu viel Neues gelernt habe, war die Tour sehr unterhaltsam. Unsere Guide – eine ältere Dame mit großartigem Humor – erzählte viele spannende Geschichten. Ein Highlight war der Wachwechsel (hier zum Blogartikel) , gerade für London-Neulinge definitiv sehenswert.
Update Juni 2024 – Pub- und Musik-Tour
Diese Tour führte uns durch das musikalische Soho der 60er bis 80er Jahre. Von der Denmark Street durch kleine Gassen Sohos bis hin zum Dean Street Club im Herzen des Ausgehviertels. Unser Guide hatte sogar eine Gitarre dabei und spielte einige Songs live – ein echtes Erlebnis für Musikfans.
👉 Tipp: Wenn Musik euer Thema ist, findet ihr in Soho ganz viel Großartiges. Hier im Blog findet ihr z.B. Beiträge zum Bluesclub „Ain´t Nothin But„, der jeden Abend kostenlose Live-Musik vorhält, zum Gitarristenparadies „Gibson Garage“ oder zum Outernet, das nicht nur eine Bildschirminstallation, sondern auch auch eine Konzertvenue ist.
Update April 2026 – Pubs in Covent Garden
Ein Glücksfall: Wir waren die einzigen Teilnehmer. Unser Guide Andy führte uns durch das Viertel und besuchte mit uns drei außergewöhnliche Pubs. Eine sehr persönliche und intensive Erfahrung – wieder einmal eine großartige Tour. Mehr Infos zu Covent Garden findest du in diesem Blogeintrag.






Preise und Loyalty Card
Wer mehrere Touren machen möchte, kann in den Genuss der London Walks Loyalty Card des Anbieters kommen. Diese könnt ihr nach dem ersten Spaziergang beim Guide für £5 erwerben und spart dann bei jedem weiteren Spaziergang weitere £5 auf den Preis jedes weiteren Walks.
Auch haben sich die Preise mittlerweile angepasst. Mittlerweile bezahlt ihr:
| Ticket | Preis |
|---|---|
| Erwachsene | £20 |
| Loyalty Card | £15 |
| Senioren | £15 |
| Studenten | £15 |
| Kinder (8-15 Jahre) | £5 |











Alternativen zu London Walks
Wer ein anderes Thema sucht, findet auch bei folgenden Anbietern spannende Touren. Ausprobiert habe ich z.B. die Tour for Muggles – ein Harry Potter Themenspaziergang – und auch hier war ich nicht enttäuscht. Weitere Anbieter (die ich noch nicht getestet habe) sind etwa:
- https://historiclondontours.com/
- https://londonmusictours.org/
- https://londoncitywalks.co.uk/
- https://londonguidedwalks.co.uk/
Wenn ihr gerne von zu Hause einen Spaziergang mitmachen wollt, empfehle ich euch den Youtube-Kanal „Joolz Guide„.
Zusammenfassung „London Walks“
- 📍 Treffpunkte: je nach Tour
- ⏱ Dauer: ca. 2 Stunden
- 💷 Preis: ab £20
- 🗣 Sprache: Englisch
- 👍 Geeignet für:
- London-Neulinge
- Wiederholungstäter
- Geschichtsinteressierte
Gerade wenn ihr London schon kennt oder die klassischen Sehenswürdigkeiten bereits gesehen habt, kann ich euch einen London Walk wirklich ans Herz legen. Ich habe mittlerweile mehrere Touren mitgemacht und wurde bislang kein einziges Mal enttäuscht.
2 Kommentare zu „London Walks: Meine Erfahrungen mit den geführten Stadtrundgängen“