London von oben zu erleben gehört für mich häufig bei meinen Besuchen dazu. Ob vom Sky Garden, The Shard oder dem Garden at 120 – jeder Aussichtspunkt zeigt die Stadt aus einer anderen Perspektive. Die außergewöhnlichste Aussicht habe ich allerdings nicht von einem Hochhaus aus erlebt, sondern beim Aufstieg auf das Dach der O2 Arena. (aktualisiert 07/2026)

Die O2 Arena

Aber vielleicht sollten wir vorne beginnen… Ursprünglich wurde die Arena als Millennium Dome für die Jahrtausendfeier 2000 errichtet. Erst einige Jahre später entstand daraus die heutige O2 Arena, die inzwischen zu den bekanntesten Veranstaltungsorten Europas gehört.

Sie misst 365 m im Durchmesser und 52 m in der Höhe – Maße, die nicht willkürlich gewählt sind, sondern sich an Tagen und Wochen des Jahres orientieren. Die frei tragende Konstruktion der Kuppel ist entsprechend der Jahresmonate auch an 12 Masten befestigt.

Im Konzertsaal finden 20.000 Personen Platz, und er wird von internationalen Größen regelmäßig bespielt. Als ich das letzte mal da war, gaben Kings of Leon gerade zwei Konzerte und kurz vorher gastierten Queen für zehn Shows in der Halle. Neben den Konzerten gibt es in der Halle aber auch noch zahlreiche Restaurants, einen Club, ein Kino oder Outlet-Stores von etwa Nike, Adidas oder Levi´s. Ich war selber etwas überrascht, wie viel hier unter einem Dach zu finden war.

💡 TIPP: Rund um die O2 Arena könnt ihr problemlos einen halben Tag verbringen. Direkt nebenan liegen die IFS Cloud Cable Car (ehemals Emirates Air Line), die NOW-Gallery und zahlreiche Restaurants, wie etwa das Schweberestaurant „London in the Sky„. Wer mag, verbindet den Besuch außerdem mit Greenwich (hier geht´s zum Blogeintrag „Best of Greenwich“).

Up At The O2 – wie funktioniert´s?

Der Aufstieg

Etwas links vom Haupteingang der Arena versetzt findet ihr einen Container. Hierhin ist die Kasse von Up The O2! zu finden. Gleichsam finden hier die Einweisung und die Einkleidung statt. Bestenfalls habt ihr festes Schuhwerk dabei. Ist dem nicht so, bekommt ihr ein paar Schuhe gestellt.

⚠️ Hinweis: Folgende Dinge müsst ihr beim Buchen beachten:
🧓 Mindestalter: 8 Jahre
📏 Mindestgröße: 1,20m
⚖️ Höchstgewicht: 130kg
⭕️ Maximaler Taillenumfang 125cm
🤰🏻 Schwangeren und Alkoholisierten ist der Zutritt nicht erlaubt.

Bestenfalls habt ihr eine bestimmt Zeit bereits im Internet gebucht oder reserviert. Wir waren spontan da, hatten wir doch einen London Go Pass und konnten nicht entsprechend reservieren. Wir hatten Glück und bekamen einen Platz in der nächsten Gruppe. Die Abstände zwischen zwei Touren beträgt meist etwa eine halbe Stunde bis Stunde.

Nach der Einweisung bekommt ihr Klettergurt, Jacke und – falls nötig – passende Schuhe. Anschließend geht es in kleinen Gruppen los. Während des gesamten Aufstiegs seid ihr über ein Schienensystem permanent gesichert. Bevor es aufwärts ging, wurden natürlich auch ein Foto gemacht. Dieses konnte man am Schluss käuflich erwerben. Auf der Tour sind keine großen Fotoapparate oder Rucksäcke erlaubt. Allenfalls eine Kompaktkamera oder ein Handy dürfen in der Tasche der Weste mitgenommen werden und auch erst am Ende des Aufstiegs genutzt werden. Die Rucksäcke, Kameras etc. werden in einer Kiste zum Ankunftsort der Tour befördert, läuft man doch einmal über die gesamte Halle.

Der Aufstieg selber ist mit einer normalen Grundfitness zu machen. Allein, dass der Weg zur Spitze aus dicken Gummimatten besteht, die natürlich schwingen können, ist nicht für jeden etwas. Auch, wenn der Anfang recht steil aussieht, lässt sich die Passage gut meistern. Nebenbei erhält man auch immer wieder interessante Infos, etwa zu den Docklands oder den Gebäuden rund um The O2.

Oben angekommen…

Oben angekommen vergisst man schnell, dass man gerade auf dem Dach einer Veranstaltungshalle steht. Stattdessen blickt man über Canary Wharf, die Docklands, die Themse und bis hinüber zur London Skyline. Gerade weil man die Stadt einmal nicht aus der City heraus betrachtet, wirkt diese Perspektive völlig anders als vom Sky Garden oder The Shard. Auf der Plattform kann man auch Getränke beim Guide erwerben – wenn man möchte. Auch stehen die Führer gerne zum Fotomachen bereit.

⚠️ Ist Up at The O2 etwas für Menschen mit Höhenangst? Durch die permanente Sicherung fühlt man sich jederzeit sicher. Wer allerdings schon beim Blick von einer Leiter ein mulmiges Gefühl bekommt, wird an den steileren Passagen vermutlich an seine Grenzen stoßen. Wirklich schwindelfrei muss man aber nicht sein.

Der Abstieg ist fast spannender als der Weg hoch – vor allem an den steilen Stellen. Aber der ist gut machbar. Nach insgesamt etwa 90 Minuten, gibt man zum Abschluss in der Station auf der anderen O2-Seite seine Klettersachen wieder ab, sammelt seine Taschen etc. wieder ein und kann noch passende Devotionalien oder eben die vorher gemachten Fotos kaufen.

Der Weg zurück führt dann durch die O2-Arena mit ihren Restaurants, Clubs und Geschäften. Eine beeindruckende Anlage.

Preise und Anreise

Preise – Was kostet ein Climb?

Die Preise für Up at The O2 richten sich nach Tageszeit und Wochentag. Am günstigsten sind in der Regel die Daytime Climbs unter der Woche. Wer den Sonnenuntergang über London erleben möchte, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Da die Tickets nach Nachfrage bepreist werden, lohnt sich eine frühzeitige Buchung.

ClimbWochentagWochenende
☀️ Daytime Climbab £37ab £42
🌅 Sunset Climbab £42ab £44
🌃 Twilight Climbab £40ab £43

Darüber hinaus könnt ihr auch Specials und Events buchen, etwa den Sekt zum Geburtstag, die Up The O2 Comedy Show oder „Climb and Dine“, die aber in einer sehr eigenen preislichen Liga spielen.

💡 Mein Tipp: Wer ohnehin mehrere kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten besuchen möchte, sollte prüfen, ob sich ein London GO City Pass / Explorer Pass lohnt. Bei uns hat sich der Pass bereits durch drei Attraktionen gerechnet. Aufgrund des hohen Preises des Passes, muss es sich aber auch um kostspieligere Attraktionen handeln. Wichtig: Für Up The O2 gilt aber: Go-Pass-Inhaber können nur in der Woche kostenlos klettern. Die Wochenendtermine müssen regulär bezahlt werden!

Anfahrt

Ihr erreicht The O2 übrigens mit der grauen Jubilee Line, Haltestelle North Greenwich. Alternativ könnt ihr die Haltestelle Canning Town nutzen bzw. Royal Victoria der Docklands Light Railway (DLR) und dann mit der Seilbahn rüberfahren.

Fazit

Für wen?Bewertung
🌇 Aussichtsfans⭐⭐⭐⭐⭐
📸 Fotografie⭐⭐⭐⭐⭐
👨‍👩‍👧 Familien⭐⭐⭐⭐☆
💪 Erlebnis⭐⭐⭐⭐⭐
💰 Preis-Leistung⭐⭐⭐☆☆

Up at The O2 lebt weniger von der Höhe als vom Erlebnis. Für das Klettern spricht sicherlich der tolle Ausblick. Wenngleich die Tour auch etwas länger sein dürfte und es wirklich keine sportliche Herausforderung ist, sind die Informationen rund um die Arena und die Gegend spannend und die Guides sehr hilfsbereit und nett.

Vergleicht man die Tour mit Sky Garden, The Shard oder The Lookout, so merkt man schnell, dass es hier um mehr geht, als nur um den reinen Ausblick. Natürlich ist die Perspektive aus den Docklands eine ganz andere und für Fotoliebhaber ist das vielleicht ganz besonders. Aber während von der reinen Höhe die anderen drei Beispiele weit vorbei sind, geht es bei der Klettertour um das Gesamtpaket aus Aussicht und Aufstieg. Und der hat durchaus seinen Reiz.

Ich selber würde höchstwahrscheinlich nicht £35 oder mehr für diese Tour ausgeben, aber in Kombination mit dem Pass kann man das mal machen, zumal die Arena auch sehr spannend ist und mit dem IFS Cloud Cable Car durchaus noch ein weiteres (deutlich günstigeres) Highlight wartet und die Gegend wirklich eine tolle Atmosphäre hat.

💡 Tipp: Seid ihr an aufregenden Aussichten in London interessiert, schaut euch doch meinen Übersichtsartikel „London von oben“ an. Hier habe ich fast alle Möglichkeiten für eine schöne Aussicht zusammengetragen.

6 Kommentare zu „Up at The O2: Mein Erfahrungsbericht zum Klettern auf die O2 Arena“

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