Versteckt zwischen gläsernen Wolkenkratzern, Banken und Versicherungen der Docklands, gar nicht weit weg vom Publikumsmagneten Canary Wharf findet ihr ein spannendes Museum. Das Museum of London Docklands widmet sich dabei der Geschichte und Entwicklung des ehemaligen Hafenviertels und reiht sich dabei nahtlos in den Reigen der kostenlosen aber gut gemachten Museen Londons ein. (aktualisiert 08/2026)
Was sind die Docklands
Über Jahrhunderte waren die London Docklands das wirtschaftliche Herz des Britischen Empires. Von hier wurden Waren aus aller Welt umgeschlagen – aber auch dunkle Kapitel der Geschichte wie der transatlantische Sklavenhandel sind untrennbar mit diesem Ort verbunden. Genau diese Entwicklung zeichnet das Museum eindrucksvoll nach.
Heute sind die Docklands und da speziell der Stadtteil Canary Wharf der Ort von Big Money und Investment. Allein deshalb lohnt sich bereits ein Besuch. Kommt ihr mit der Jubilee Line an, so nutzt ihr die eindrucksvolle U-Bahn-Haltestelle „Canary Wharf„. Sie wurde von Sir Norman Foster entworfen und 1992 eingeweiht. Schon damals wollte man dem immer größeren Zulauf in den neuen Finanzdistrikt Herr werden. Doch auch die Jubilee Line stößt an ihre Grenzen. Mit unterirdischen Ladenzeilen sind die Dockland Light Railway – Stationen Heron Quays und die gleichnamige Canary Wharf – Station verbunden. Von hier aus lässt sich ein guter Abstecher in das Wolkenkratzerviertel Londons machen. Teure Boutiquen und ebensolche Restaurants finden sich hier genauso, wie schöne Terrassen am Kanalsystem der ehemaligen London Docks. Wenn man schon beim Museum of London Docklands ist, sollte man auf jeden Fall ein wenig Zeit für den Rest des Viertels einrechnen.

Was erwartet euch im Museum of the Docklands?
Das Museum selber beschäftigt sich mit der Geschichte der Docks. In zehn verschiedenen Kapiteln widmet sich das Museum seinem Standort. Und wie es für die Museen der Hauptstadt Usus ist, macht es das sehr liebevoll und immer wieder extrem anschaulich und für alle Altersgruppen spannend. Wie die meisten staatlichen Museen der britischen Landeshauptstadt ist auch bei diesem der Eintritt frei.
👉 Info: Abteilungen des Museum of the Docklands:
1. 📦 No. 1 Warehouse
2. 🏙️ City and River
3. 🌎 Warehouse of the world
4. 👦🏼 Mudlarks children´s galery
5. 📈 Trade Expansion
6. ⛵️ Sailor Town
7. 💂🏾♀️ Docklands at war
8. 🍫 London, sugar and slavery
9. ⛴️ First Port of Empire
10. 🌆 New Port, New City
Erzählt wird die Entwicklung der Docklands – von den dreckigen, gefährlichen Hafenanlagen über einen der bedeutendsten Umschlagplätze der Welt bis hin zum heutigen Finanzzentrum Londons.
Mein persönliches Highlight ist Sailortown. Hier wurde eine Hafenstraße aus dem 19. Jahrhundert originalgetreu nachgebaut. Zwischen Kneipen, kleinen Geschäften und Lagerhäusern bekommt man einen hervorragenden Eindruck davon, wie eng, laut und oft auch gefährlich das Leben und die Arbeit in den Londoner Docks früher gewesen sein mussten.
Eindrucksvoll ist ebenso die Dauerausstellung London, Sugar & Slavery. Sie beleuchtet die Rolle Londons im transatlantischen Sklavenhandel und zeigt, welchen Anteil der Wohlstand der Hafenstadt an diesem dunklen Kapitel der Geschichte hatte. Die Ausstellung zu diesem wichtigen Thema gehört wohl zu den wichtigsten ihrer Art in Großbritannien.
Witzig ist auch Mudlarks children´s galery – ein interaktiver Museumsteil für Kinder bis acht Jahren. Im Cafe gibt es ganz guten Kaffee, Espresso oder Cappuccino, so dass man sich gestärkt wieder auf den Weg machen kann.
Egal, ob man nun in 1-1.5 Stunden durch das Museum geht oder sich wirklich einen ganzen Vormittag Zeit nimmt: Es wird nicht einerseits nicht langweilig, auf der anderen Seite kann man auch bei einem Kurzbesuch genug neuen Input mitnehmen. Um sich bereits vorher zu informieren, findet man im Netz auch bereits den Museumsplan als pdf (hier die deutsche Version).
Untergebracht ist das Museum übrigens stilecht in einem alten Sugar-Warehouse. Man befindet sich also direkt am Ort des (ehemaligen) Geschehens. Mit etwas Pathos angereichert, könnte man sagen, das Haus atmet die Geschichte, die es ausstellt. Es ist auch noch relativ neu. Erst im Jahr 2003 wurde es eingeweiht. Natürlich findet man neben der Dauerausstellung auch immer wieder aktuelle Sonderausstellungen (die manchmal extra-Eintritt kosten). Aber auch Workshops werden angeboten, genau so wie Führungen. Das Museum ist auch Ausgangspunkt für interessante Walks (geführte Spaziergänge) durch die Docklands. Das gesamte Programm findet man tagesaktuell auf der Homepage des Museums.











Anfahrt
Man erreicht das Museum übrigens am besten mit der Docklands Light Railway (DLR), Londons selbst fahrender Overground-Bahn. Die Haltestelle ist West India Quay. Ein direkter Zug fährt dorthin von der Haltstelle „Bank“ im Herzen von London aus. Mit einem mal Umsteigen, erreicht man West India Quay auch bequem vom Tower Gateway. Die DLR gehört dabei zum tfL und kann auch mit den normalen Tages- oder Wochentickets sowie der Oystercard für die U-Bahn genutzt werden. Angekommen, sind es nur noch wenige Meter. Aber auch die oben genannte U-Bahn-Station Canary Wharf kann man nutzen. Dann ist man in etwa 10 Minuten da.
Fazit
Das Museum of the London Docklands fällt allein aufgrund seiner Lage oft nicht als erstes ins Auge. Doch wenn ihr an Museen und Geschichte interessiert seid, dann findet ihr hier ein sehr liebevoll zusammengestelltes Museum, das gespickt ist mit ungewöhnlichen Exponaten (vom Enterhaken bis zur Bareinrichtung). Und auch mit Kindern ab 6 Jahren findet ihr viel zu gucken und zu staunen.
Der Besuch lässt sich im Übrigen hervorragend mit einem Spaziergang durch die Docklands verbinden. Die Hochhausschluchten, hochklassige (und hochpreisige) Malls und Geschäfte für Schmuck, Designerwaren oder Schuhe, wie auch die bekannte Canary Wharf sind einen Besuch wert.
Wenn ihr dann noch nicht genug habt, fahrt doch mit der Jubilee Line ein paar Haltestellen weiter zur O2 – Arena. Dort gibt es nicht nur einiges zu sehen, sondern man kann diese auch beklettern. Schaut für mehr Infos doch hier im Blog vorbei. Ansonsten bietet sich auch der Weg nach Greenwich an. Hier findest du jede Menge Dinge zu tun.
Übersicht – Alles auf einen Blick
🏠 Adresse: Museum of London Docklands, No.1 Warehouse, West India Quay,
London E14 4AL –> Kontaktformular
🚈 DLR: West India Quay
🚇 Tube: bis Canary Wharf
🕒 Öffnungszeiten: 10-17 Uhr
💷 Eintritt: kostenlos
⏳ Besuchsdauer: 1,5–2 Stunden
☕ Café vorhanden
♿ Barrierefrei
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