Das erste Mal in London? Dann kommen schnell viele Fragen auf:
Wie bezahlt man? Wo sollte man wohnen? Und was sollte man unbedingt einplanen?
In diesem Artikel zeige ich dir die wichtigsten Tipps für deinen ersten London-Trip – basierend auf meinen eigenen Erfahrungen.
Quasi: London für Anfänger.

Dabei soll dieser Artikel ein ausführlicher Teaser sein. Schaut euch im Blog um, dort findet ihr viele weitere und detailliertere Tipps. (letztes update: 05/26)

Der Inhalt:

Tower Bridge
Tower Bridge – Eines der Wahrzeichen Londons

1. Was du vor der Reise wissen solltest…

Bevor du deine vielleicht erste Reise nach London planst, solltest du dir über ein paar Dinge Gedanken gemacht haben.

An vorderster Front steht vielleicht das Erwartungsmanagement.
Plant euch den Trip nicht zu lang (3-4 Tage sind mein persönlicher Sweet Spot) und plant euer Programm nicht zu dicht. London ist sowieso zu groß für nur einen Besuch und ihr werdet niemals alles sehen. Ihr habt deutlich mehr von Stadt, wenn ihr entspannt bleibt und nicht von Termin zu Termin hetzt. Kommt lieber noch einmal wieder. Mehr dazu aber im Punkt zur Programmplanung.

Illustration: Reiseworauf achten

Darüber hinaus solltet ihr folgende Checkliste durchgehen. Denn die zeigt euch, an was ihr vorher so alles denken solltet:

  • Reisepass Prüfen
    Nach dem Brexit reicht der Personalausweis für viele Besucher nicht mehr. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass Ihr Reisepass während Ihres Aufenthalts gültig ist und die erforderlichen Mindestgültigkeitsanforderungen erfüllt.)
  • ETA beantragen
    Ab dem 01.04.2025 benötigt ihr für die Einreise in manchen Fällen eine ETA (elektronische Einreiseerlaubnis). Informationen: UK ETA (Artikel).
  • Oyster-Card oder geeignete Contactless-Karte
    für ÖPNV organisieren (siehe ÖPNV-Erklärung).
  • Gepäckrichtlinien der Airline
    prüfen (vor allem Ryanair & EasyJet), sowie Flüssigkeiten/Handgepäckregeln beachten (Infografik).
  • Adapter für englische Steckdosen (Typ G) einpacken.
    Allerdings: die meisten Hotels haben mittlerweile auch USB-Steckdosen.
  • Reise-/Krankenversicherung abschließen
    (inkl. Auslandskrankenversicherung).
  • Medikamente & wichtige Dokumente
    (Kopie von Pass & Versicherung) dabei haben.

2. Anreise, Unterkunft und Planung

Die Anreise

Welcome

Der Flug

Ich persönlich starte immer mit meinen Überlegungen, indem ich klar habe, wann und wie lange ich fliegen möchte. Bei Städtereisen bieten sich meist 3–4 Übernachtungen an. Ob ihr Flug und Hotel zusammen bucht (z. B. fluege.de, Expedia, Lastminute, Opodo) oder getrennt, bleibt Geschmackssache. Flüge schwanken häufiger im Preis als Hotels; vergleicht also die Optionen.

👉 Tipp: frühe Hinflüge und späte Rückflüge geben euch mehr Zeit vor Ort. Rechnet aber durch, ob eine zusätzliche Hotelnacht günstiger ist als teurere Flugzeiten.

Achtet auf Zusatzgebühren bei Billiglinien (Sitzplatz, Handgepäck, Priority Boarding). Bei Eurowings zahle ich in diesem Jahr pro Flug 21€ für einen Handgepäckkoffer, bei Ryanair sieht es ähnlich aus. In Einzelfällen lohnt sich eine etwas teurere Airline wegen Komfort oder inkludiertem Gepäck.

Vom Flughafen zur Unterkunft und zurück

Seid ihr in England angekommen, steht immer noch der Weg vom Flughafen in die Stadt an. Der Ankunftsflughafen beeinflusst dabei Zeit & Kosten: Heathrow (und City) ist am besten angebunden, Luton, Stansted und Gatwick benötigen längere, teils teurere Transfers.

Empfohlene Verbindungen (Preise beispielhaft, können variieren):

  • Stansted Express nach Stansted (Hin-/Rückfahrt im Angebot; Bahn ist schneller, Bus (National Express) günstiger). 2025 kostete das Hin- und Rückreiseticket £36.
  • Thameslink / Southern nach Gatwick – etwa £14 pro Fahrt
  • Zug nach Luton (Tickets am Automaten prüfen) oder günstiger National Express Bus

Von Heathrow bringt die Tube (Piccadilly Line) günstig in die Stadt; die Elisabeth Line ist schneller, der Heathrow Express ist eine Premium-Option. Die Fahrt per Oyster/Contactless zählt zum Tagesbegrenzer (daily cap). Einzeln fallen Für die Tube im Jahr 2025 £5,80 und die Elisabeth Line £13,50 an.

Transport von Luton
Transport von Luton – am besten mit der National Rail

Die Unterkunft – Wo solltest du übernachten?

Wenn die Anreise steht, stellt sich direkt die nächste Frage: Wo solltest du übernachten? Überlegt, ob ihr in der U-Bahnzone 1–2 bleiben wollt (zentral, teurer) oder etwas weiter außen (günstiger, oft authentischer). Gute Ausgangspunkte: Kensington, Shepherd’s Bush, Shadwell, Pimlico).

Praktisch: Viele Hotels & Ferienwohnungen bieten Gepäckaufbewahrung vor Check-In. Informationen zur Aufbewahrung: visitlondon.com.

Tendenziell macht ihr eigentlich in den meisten Gegenden innerhalb der Tube-Zonen 1 und 2 nicht viel falsch. Für deinen ersten London-Trip empfehle ich eine Unterkunft mit guter Tube-Anbindung – das ist wichtiger als die direkte Nähe zu Sehenswürdigkeiten. Auch eine nette Gegend mit Restaurants, Pubs und netten Geschäften ist wichtig. Denn in der Stadt seid ihr mithilfe des ÖPNV schnell. Achtet dabei aber auf euren Flughafen. Es ist wenig sinnvoll etwa von Heathrow zu fliegen, aber in den Docklands zu wohnen.

Meine Erfahrungen und Empfehlungen findest du in diesem Blogbeitrag.

👉 Mein absoluter Preis-Leistungs-Tipp ist die Kette Travelodge. Einfache, saubere Hotels für einen erschwinglichen Kurs!

Planung – Was solltest du im Voraus buchen?

Natürlich sollten Flüge und Hotels im Voraus gebucht sein. Auch macht es Sinn sich bereits einzelne Highlights in den Plan zu legen und sie vorher zu buchen. Vor Allem gut besuchte Programmpunkte wie der Tower, Sky Garden oder (wenn es denn unbedingt sein muss) Madame Toussaud´s sind schnell ausgebucht. Durch das vorherige Buchen erhaltet ihr nicht nur bessere Preise als an der Tageskasse, sondern sichert euch auch den gewünschten Zeitslot.

Aber: Überplant euren Besuch nicht. Lasst euch Zeit zwischen den fix gebuchten Punkten – es gibt auch genug Dinge zu sehen und zu erleben, die man nicht vorher planen muss. Erhaltet euch ein gewisses Maß an Flexibilität!

3. Die Sache mit dem Geld…

Bezahlen mit der Karte – Standard in London

Um es klar zu sagen: Eigentlich benötigst du in London kein Bargeld mehr. Es läuft alles cashless.

Entsprechend ist eine Kreditkarte nicht nur sehr praktisch, sondern mittlerweile unerlässlich: Viele Karten erlauben gebührenfreies Abheben und kontaktloses Bezahlen („Contactless Pay“) ohne zusätzliche Kosten. Vergleichsportale (z. B. check24) helfen bei der Auswahl. Ich selber habe mir die schwarze Visa-Card der Barclays Bank zugelegt und die verrichtet zuverlässig ihren Dienst. Aber es gibt viele andere Möglichkeiten…!

Wenn du dir unsicher bist, welche Karte du nutzen solltest, habe ich dazu einen ausführlichen Artikel geschrieben: London und Bargeld!?

Geldfallen vermeiden

Wenn ihr in London Geld abhebt, wählt an den Automaten die Option without conversion (keine Umrechnung), sonst können Extra-Gebühren anfallen. Bargeld ist inzwischen oft nicht mehr nötig – Karten und Contactless funktionieren in den meisten Geschäften.

Darüber hinaus checkt ggf. eure Kreditkartengebührenordnung: Großbritannien gehört nicht mehr zur EU. Fallen Extrakosten bei der Nutzung an?

👉 Schnell-Tipps

  • Mehrere Zahlungsarten mitnehmen (Karte + (sehr) wenig Bargeld).
  • Die Karte ggf. vor Reiseantritt für Auslandseinsatz freischalten.
  • PIN kennen und Kartenlimits prüfen.

4. Fortbewegung in London – einfach & günstig

In London fahrt ihr natürlich Tube und Bus. Das Netz ist hervorragend und deckt alle wichtigen Punkte ab. Schaut ruhig mal bei google maps oder der Citymapper – App rein. Damit könnt ihr gut von A nach B routen.

Für Bus und Tube gilt aber: Habt eine Oyster-Card (etwa, wenn ihr unter 16 seid) oder eine Contactless-Kreditkarte bereit. Beider funktionieren wie eine Tageskarte. Der „daily cap“ begrenzt dabei eure täglichen Kosten auf etwa 8-9 Pfund pro Tag in den zentralen Zonen. Ihr müsst nichts vorab buchen – einfach einchecken und fahren.

Travelcards und andere Pässe lohnen sich allerhöchstens bei intensiver Nutzung über längere Zeit.

👉 Tipp: Ich empfehle euch einen guten Mix aus Tube, Bus und Fuß. Viele Sehenswürdigkeiten, Museen oder Attraktionen sind gar nicht weit voneinander entfernt. Manchmal lohnt es sich eher von einer zur anderen Tube-Haltestelle zu laufen.

Der Transport for London hat eine hilfreiche Karte ins Netz gestellt, bei dem die Gehminuten von Haltestelle zu Haltestelle notiert sind.

Alle wichtigen Infos rund um das Verkehrssystem in London findet ihr hier: Wie komme ich von A nach B? Mit Bus und Bahn in der Stadt.

5. Das (perfekte) Programm für deinen ersten London-Trip

Woran kann und muss ich denken? Tipps für die Planung

London lädt zum Flanieren ein — plant bewusst Pausen ein und stopft euch den Tag nicht voll: ihr schafft ggf. eh nicht alles und es ergibt viel mehr Sinn, die Dinge entspannt anzugehen und das Flair der Stadt mitzubekommen als von Site zu Site zu hetzen.

Einige Museen sind kostenlos und lohnen spontane Besuche, andere Attraktionen sollte man vorab buchen (Zeitfenster, Fast Track Entry). Hier findet ihr eine Übersicht mit kostenlosen Museen und Galerien: Übersicht.

Meine persönlichen Favoriten: Science Museum & Tate Modern. Vor Allem für Kunstliebhaber und hier speziell der modernen Kunst, ist die Tate Modern ein Must See! In beiden Häusern sind Spontanbesuche auch problemlos möglich.

Es gibt allerdings einige Sehenswürdigkeiten, die ich im Vorfeld planen würde. Und das hat folgende Gründe:

  • Mit manchen National Rail-Tickets (z. B. Stansted Express, Thameslink) lassen sich 2-für-1-Angebote nutzen. Mit diesen könnt ihr massiv sparen und so auch sonst sehr teure Programmpunkte erschwinglich gestalten.
  • Viele Top-Attraktionen verlangen Reservierungen (London Eye, Sky Garden etc.) oder sind online gebucht deutlich günstiger als vor Ort.

Prepaid-Pässe, wie der London Pass oder der City Pass) lohnen sich nur, wenn ihr realistisch viele Attraktionen plant und vor Allem die Teuren auswählt. (Auf Loving London gibt´s einen ganz guten Vergleich)

London Eye - Fast Track?
Auf dem Weg zum London Eye: Habt ihr Fast Track gebucht oder Zeit mitgebracht?

So sieht ein gutes Programm für einen ersten Besuch aus

Im Folgenden Programmvorschlag habe ich versucht die wichtigsten Punkte abzuhandeln, aber auch ein wenig Freiraum zu lassen. Ihr habt kostenpflichtige Elemente (Tower of London und Tower Bridge) kombiniert mit kostenlosen (Sky Garden), klassische (Change of the Guards) und mit weniger klassischen Elementen (Southbank-Spaziergang).

Ich habe euch ggf. die passenden Blogeinträge verlinkt.

Beispiel 1: klassisches 4-Tage-Programm

.morgensnachmittagsabends
Tag 1Ankunft & HotelStadtteil erkunden oder Piccadilly Circus / Chinatown / Leicester SquarePub-Abend
Tag 2Spaziergang: Westminster → Southbank → The Shard / Borough MarketTower Bridge & Tower of LondonSky Garden oder Restaurant mit Aussicht
Tag 3Change of the Guards / Buckingham PalaceTrafalgar Square & Covent GardenMusical / Konzert
Tag 4Shopping (Carnaby-, Regent- & Oxford Street)Rückfahrt / Abflug

Alternativer 4-Tage-Plan (etwas entspannter):

.morgensnachmittagsabends
Tag 1Ankunft & HotelStadtteil erkunden oder Spaziergang:
Buckingham Palace -> St. James Park -> Westminster -> London Eye und Southbank
Sky Garden
Tag 2Museumsdreieck (Natural History, Science und Victoria & Alber Museum)Harrod´s und Hyde ParkPub-Abend
Tag 3Change of the Guards / Buckingham Palace
oder British Museum
Covent Garden, China Town und Shoppen in SohoJack The Ripper Walking Tour
Tag 4Brick Lane und Old Spitalfields Market, Tower Bridge und Borough MarketRückfahrt / Abflug

Chat GPT plant einem natürlich auch Trips. den Folgenden hat er mir ausgeworfen. Auf den ersten Blick ist er brauchbar. Seid aber vorsichtig bei dem einen oder anderen Tipp: Restaurants, Pubs, etc. können herhaluziniert sein.

4-Tages-Plan (PDF) Herunterladen

👉 Tipp: Vieles passt nicht in einen ersten Trip nach London — wählt eure persönlichen Highlights und lasst Raum für Entdeckung. Lieber weniger Termine und mehr Atmosphäre genießen. Kommt eher noch einmal wieder.

6. Was ich sonst noch wissen muss…

Hier sind zusätzliche, oft übersehene Punkte, die euren Trip entspannter machen. Folgende Dinge solltest du bei der Reiseplanung also bedenken:

  • Citymapper oder Google Maps für Routenplanung
  • TfL (Transport for London) App / Tube Map
  • Bank-/Karten-Apps zur Kontrolle von Abbuchungen
  • Apps des Flug-/Hotelanbieters für Änderungen & Boarding

Wetter & Kleidung

London ist wechselhaft: Eine leichte Regenjacke, Schichten und bequemes Schuhwerk sind Pflicht. Im Sommer können kurze warme Abschnitte auftreten, im Winter ist es kühl und feucht.

Sicherheit & Verhalten

  • Achtet auf Taschendiebstahl in Touristenbereichen und in überfüllten Verkehrsmitteln.
  • Nutzen statt Taxi lieber Tube oder Bus — günstiger und meistens schneller.
  • Trinkgeld: In Restaurants sind ~10-15 % üblich, in Pubs meistens nicht erforderlich (außer für Bedienung am Tisch).
  • Abends: Gut beleuchtete, belebte Wege bevorzugen; auf persönliche Gegenstände achten.

Barrierefreiheit & Familien

Viele Stationen haben keine Aufzüge; informiert euch vorab (TfL stellt Informationen zur Barrierefreiheit bereit). Familienfreundliche Optionen: Museen mit Kinderprogrammen, Parks (Hyde Park, Regent’s Park), kinderfreundliche Restaurants.

Budget-Tipps

  • Street Food Markets (z. B. Borough Market, Camden Market) sind günstig und lecker.
  • Hostels & Budget-Hotels sind außerhalb der Zonen 1–2 oft günstiger.
  • Sonntag: Viele Pubs bieten einen klassischen Sunday Roast — oft preiswert und typisch.

Hier habe ich noch einen ganzen Beitrag zum Thema „London on a budget“ gemacht.

Notfallinfos

  • Notruf UK: 999 oder 112 (Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen)
  • Deutsche Botschaft / Konsulate prüfen (bei längeren Aufenthalten)

7. Typische Anfängerfehler:

Manche Dinge solltest du vermeiden, wenn du das erste Mal in London bist:

  • Kein Taxi ohne Preisprüfung (oder nutze Apps wie Uber) — in der Regel ist die Tube aber günstiger.
  • Kaufe West End-Tickets nur bei offiziellen Anbietern oder tkts, vermeide dubiose Drittanbieter mit hohen Gebühren.
  • Vermeide Touristenfallen bei Restaurants in unmittelbarer Nähe zu großen Attraktionen (Preise oft erhöht).
  • Nicht zu viel auf einen Tag packen — das macht den Trip stressig.

Ein kurzer, empfehlenswerter YouTube-Clip (als Einstieg):

Habt ihr sonst noch Anregungen für den ersten Trip? Habt ihr Erfahrungen gemacht, die ich hier aufnehmen soll? Lasst doch einfach einen Kommentar hier :)

8. Fazit: Dein erster London-Trip muss nicht perfekt sein

Wenn du das erste Mal in London bist, wirkt die Stadt am Anfang schnell überwältigend. Es gibt unendlich viel zu sehen, zu planen und zu organisieren – und genau darin liegt oft die größte Herausforderung.

Aber ehrlich gesagt:
Du musst beim ersten Besuch nicht alles schaffen.

Viel wichtiger ist es, ein Gefühl für die Stadt zu bekommen, dich treiben zu lassen und die Mischung aus bekannten Highlights und eigenen Entdeckungen zu genießen.

Mit ein paar Grundlagen – wie dem richtigen Umgang mit Geld, einem durchdachten Transport-System und einer entspannten Planung – wird dein erster London-Trip deutlich unkomplizierter, als er vielleicht auf den ersten Blick wirkt.

Und genau dann passiert das, was London für viele so besonders macht:
Du willst ziemlich sicher wiederkommen.

3 Kommentare zu „Das erste Mal in London? Woran sollte ich denken?

Hinterlasse einen Kommentar