Zugegeben: Dieser Beitrag stammt ein wenig aus dem Bereich „Special Interest“. Aber die Gibson Garage London ist weit mehr als ein gewöhnlicher Gitarrenladen. Im Flagship Store des amerikanischen Herstellers Gibson könnt ihr nahezu alle aktuellen Modelle ausprobieren, seltene Instrumente bestaunen und mit etwas Glück sogar kostenlose Live-Konzerte erleben. Für Gitarristen gehört der Laden zu den spannendsten Adressen Londons. (aktualisiert 07/2026)
Was erwartet mich?
Gibson und sein Flagship Store
Gibson gehört neben Fender zu den bekanntesten Gitarrenherstellern der Welt. Modelle wie Les Paul, SG oder Explore prägen seit Jahrzehnten Rock- und Bluesmusik. Bis 2024 betrieb das Unternehmen nur am Firmensitz in Nashville einen Showroom, der ausschließlich die eigenen Modelle ausstellt. Das hat sich im Frühjahr des Jahres geändert.
Nachdem Gibson an der Location bereits ein Büro betrieb, in dem etwa die Versorgung großer Bands aus Übersee mit Leihgeräten für die Europatour geplant und koordiniert wurde, überlegten sich die Instrumentenschrauber aus Tennessee , dass bei so viel Platz in dem Gebäude, auch die Öffentlichkeit mit ins Boot geholt werden konnte und eröffnete den ersten und einzigen reinen Gibson-Shop außerhalb der Gründungsstadt.
Gitarren und Verstärker auf zwei Etagen
In dem Shop ist das Erdgeschoss für die etwas teureren Gibson-Modelle reserviert, sowohl elektrische als auch akustische Gitarren stehen zum Antesten bereit. Im Untergeschoss findet man die günstigeren Epiphone-Serien sowie die von Gibson gekaufte 80er-Jahre Metalgitarrenmarke Kramer, und auch eine Bühne, auf unregelmäßig kleine und große Bands auftreten. Hier herrscht schon fast Clubatmosphäre.
Dabei macht es keinen Unterschied, ob eine Gitarre 500 oder 10.000 Pfund kostet. Alle können angetestet werden. Das Personal ist dabei sehr hilfreich und zuvorkommend, aber nicht aufdringlich. Gespielt wird – wie soll es anders sein – über die hauseigenen Verstärker von Mesa Boogie. Dabei könnt ihr euch natürlich alle Instrumente auch nach Hause schicken lassen, wenn ihr im Flugzeug einen Gitarrenkoffer nicht mitbekommt.
Der Store ist recht edel aufgebaut und durch die etwas von einander abgetrennten Sektionen, fühlt man sich eher wie in eine, kleinen Gitarrenladen. An jeder Ecke dudelt es aus Vrstärkern – die Gitarren werden getestet. Eine gute Atmopsphäre für Musiker und Musikbegeisterte. Besonders beeindruckend fand ich das Les Paul – Karrussel, bei dem jede Menge Gitarren über ein Förderbandsystem an der Decke laufen.
Shop und Museum gleichzeitig
Einige Instrumente dienen auch als Ausstellungsstücke. Hinter Glas findet ihr unter anderem einen Nachbau der legendären „Greeny“. Die Gitarre gehörte zunächst Peter Green (Fleetwood MacI, später Gary Moore (noch mit der Band Thin Lizzy auf der Bühne) und schließlich Kirk Hammett von Metallica. Allein ihre Geschichte macht sie zu einer der berühmtesten Les Pauls überhaupt. Hier lest ihr die gesamte Geschichte.
Neben den Instrumenten findet ihr natürlich auch alle möglichen Devotionalien. T-Shirts, Caps, Hoodies und alles, was das Sammlerherz begehrt. Nur eines. Das gibt es nicht: Gitarren-Plektren.











Adresse, Eintritt, Öffnungszeiten
Ihr findet den Laden im Herzen der City, in einer Parallelstraße zur Oxford Street, ganz in der Nähe des Oxford Circus.
Und das ist im Prinzip auch die beste U-Bahn-Station, die ihr nutzen könnt. Bekanntermaßen ist diese mit der Central Line, der Bakerloo – und Victoria Line gut angebunden und prima zu erreichen. Auch zahlreiche Busse fahren dorthin.
Natürlich kostet der Laden keinen Eintritt. Das wäre ja noch schöner. Aber ihr könnt täglich zwischen 10 und 19 Uhr vorbei schauen. Sonntags allerdings nur zwischen 12 und 18 Uhr.







Lohnt sich die Gibson Garage London?
Ein ganz klares Ja. Gitarrenfreunde können sich in dem Laden schon einige Zeit aufhalten (bei mir zum Leidwesen meiner Frau). Es gibt so viele tolle Instrumente zu bestaunen und anzuspielen. Und auch das Fachsimpeln mit dem wirklich gut geschulten Personal macht Spaß. Also: Ein absoluter Besuchstipp für Gitarristen (und Bassisten).
Ich hatte zunächst erwartet, dass man erst nachfragen oder Kaufinteresse zeigen muss. Tatsächlich konnte ich mir aber ganz unkompliziert eine Gitarre aussuchen und sofort ausprobieren. Genau diese entspannte Atmosphäre macht den Laden sympathisch.
👉 TIPP: Wenn ihr kein Plektrum dabei habt, bekommt ihr dort eines von den Verkäufern. Das ist der einzige Weg, um an die exklusiven „Gibson Garage“ – Plektren zu gelangen!
Falls ihr allerdings auf der Suche nach Schnäppchen seid, werdet ihr hier nicht fündig. Die Preise im Shop sind identisch zu denen der großen Player. Das ist – so erklärte es mir ein Mitarbeiter – grundsätzliche Firmenpolitik, um den Händlern keine ernsthafte Konkurrenz zu machen. Dennoch merkt man aber am Ganzen Drumherum, dass der Laden keinen Gewinn abwerfen muss, sondern eher Werbung für die Marke machen soll.
Auch wenn ihr selbst keine Gitarre spielt, lohnt sich ein kurzer Besuch, wenn ihr euch für Musikgeschichte oder hochwertiges Instrumentendesign interessiert.
Cool ist auch, dass regelmäßig kleine Auftritte von Musiker*innen und Bands im Keller stattfinden. Ich hatte leider keine Zeit, darauf zu warten. Meist sind die Konzerte gegen 14 Uhr. Da muss man aber noch einmal recherchieren. Die Webseite selber ist da wenig hilfreich. Wenn man richtig Glück hat, ist eine bekannte Band dabei. So gaben in der Vergangenheit etwa bereits die US-Indi-Rocker von Tool ihr Stelldichein, gaben ein kurzes Konzert und stellten sich den Fragen den Besucher*innen.
👉 Tipp: Ihr könnt den Besuch in der Garage übrigens gut mit Stipvisiten in Covent Garden und der Guiness Open Gate Brewery oder beim Outernet verbinden. Gleichsam liegen der Forbidden Planet Megastore oder China Town (hier ein Artikel zur China Town Bakery) nicht weit entfernt und könnten euren Tagesplan ergänzen.
3 Kommentare zu „Gibson Garage London: Ein Paradies für Gitarristen und Bassisten“