Kaum ein Bauwerk steht so sehr für London wie die Tower Bridge. Millionen Menschen fotografieren sie jedes Jahr – doch die wenigsten betreten sie auch von innen. Dabei gehört die Tower Bridge Experience für mich zu den unterschätzteren Attraktionen der Stadt. Denn neben tollen Ausblicken wartet hier noch ein besonderes Highlight: Ein Glasboden, durch den ihr direkt auf die Themse und den Verkehr unter euch schaut. (aktualisiert 07/2026)

Kurzinfo.
Eintritt£ 16+
Dauer45–60 Minuten
HighlightGlasboden
Geeignet fürFamilien, Fotografen

Die Tower Bridge

Die Tower Bridge ist neben dem Tower selber, dem Buckingham Palace oder Westminster sicherlich eines der ikonischen Bauwerke in London. Eine Brücke, die man sofort mit dieser Stadt verbindet. Sie verbindet den Tower bzw. die Tower Hamlets mit der südlichen Seite der Themse, der London Bridge City, mit ihren berühmten Bauwerken, wie the Scoop (City Hall), The Shard oder dem Borough Market. Gleichsam startet auf dieser Seite der Queen´s Walk und auch der Platz neben der Brücke sowie Potters Field Park laden zum entspannten Kaffeetrinken mit Traumpanorama ein.

Bevor wir zur Experience kommen, ein paar Worte zur Brücke selbst: Die Tower Bridge wurde 1894 nach acht Jahren Bauzeit eröffnet. Sie entstand, weil der Verkehr rund um Hafen und Docks immer weiter zunahm und eine zusätzliche Themsequerung dringend benötigt wurde. Gleichzeitig musste der Schiffsverkehr ungehindert passieren können. Deshalb entschied man sich für eine kombinierte Klappbrücke mit zwei erhöhten Fußgängerwegen in den Türmen. Während unten die Fahrbahn bei Bedarf geöffnet wurde, konnten Fußgänger oben weiter die Themse überqueren. Dieses Konzept bewährte sich allerdings nur kurze Zeit: Bereits 1910 wurden die oberen Stege geschlossen, da sie kaum genutzt wurden und als Treffpunkt für Taschendiebe und Prostituierte galten.

Tower bridge under construction, 1892

Nichts desto trotz entwickelte sich der Prachtbau zu einer ikonischen Wegmarke der Stadt. Die Brücke ist auch in Zahlen beeindruckend:

  • Länge: 244m
  • Höhe: 9 m Fahrbahn, 43 m Fußgänger
  • Die Türme liegen 61 m auseinanander und wiegen 70.000 Tonnen
  • 11.000 Tonnen Stahl wurden von 432 Arbeitern von fünf Bauunternehmen verarbeitet
  • Täglich fahren etwa 40.000 Fahrzeuge darüber
  • 1000 mal im Jahr wird die Brück hochgeklappt, maximaler Winkel: 86°. Hier könnt ihr nachschauen, wann sich Schiffe angemeldet haben.

Ihr heutige Farbgebung in rot, weiß und blau wurde erst 1977 anlässlich des silbernen Thronjubiläums von Queen Elisabeth II. installiert, aber seitdem durchgehend erhalten.

Die Tower Bridge Experience

Im Jahr 1993, also gut 80 Jahre, nachdem der Fußgängerüberweg geschlossen wurde, eröffnete die Tower Bridge Experience. Hierzu wurde die zweite Etage komplett restauriert.

Teil 1 – Die Brücke

Ihr überquert die Themse von der Nordseite, also aus Richtung Tower kommend, findet ihr auf der rechten Seite im ersten Turm den Eingang in die Tower Bridge Experience. Dort einmal eingecheckt, habt ihr die Möglichkeit mit dem Aufzug die 34 Meter bis zur Fußgängerbrücke zu überbrücken. Oder – und das lege ich euch ans Herz – ihr nehmt die Treppe. Dreißig Meter sind nicht die Welt, aber allein schon der Aufstieg ist ein Teil des Ganzen. An manchen Stellen ein wenig niedrig, mit Treppen, die nicht an jeder Stelle Normmaß besitzen, staunt man sich langsam aber sicher nach oben.

Auf einem Zwischenplateau kann man sich über die Baumeister informieren, die am Bau der Tower Bridge beteiligt waren. Ein kleiner Film bringt Bewegung in die Bilder.

Oben angekommen öffnet sich plötzlich der Blick über die Themse. Rechts der Tower, links The Shard, ihr eine tolle Übersicht über die Themse und somit den Fluss hinauf oder hinunter. Ihr könnt den Tower genau so sehen, wie die Southbank, Buttler´s Warf oder die Shard (–> hier geht´s zum Blog-Beitrag).

💡 Hinweis: Eine Übersicht über alle möglichen guten Aussichtspunkte – kostenpflichtig und kostenlos – findet ihr hier im Blog.

Seit dem Jahr 2014 wurde zudem ein Teil des Fußbodens durch Plexiglas ersetzt, sodass ihr direkt nach unten bis auf das Wasser schauen könnt. Wir hatten damals das Glück, dass gerade die Brücke hochgezogen wurde und ein Schiff darunter her fuhr. Aber auch ohne diese Besonderheit ist es ein seltsames und gleichzeitig prickelndes Gefühl, direkt über das Wasser oder die Fahrbahn zu gehen. Man braucht schon ein wenig Überwindung notwendig, das zahlt sich aber aus. Es versteht sich von selbst, dass der Plexiglasabschnitt auch prädestiniert für Fotos und Videos ist.

Man kann im Übrigen über beide der beiden Fußgängerbrücken (rechts und links) gehen. Es lohnt sich auch, beide Seiten zu nutzen, da natürlich die Ausblicke zu den enstprechenden unverbauten Seiten deutlich besser sind.

Im südlichen Turm findet man den Abstieg. Auch hier kann man zwischen einem Lift und der Treppe wählen.

Teil 2 – der Maschinenraum

Viele Besucher laufen nach dem Glasboden direkt wieder hinaus. Dabei gehört der historische Maschinenraum für mich fast zum spannendsten Teil des Besuchs. Hier versteht man erst, wie die Tower Bridge früher überhaupt geöffnet wurde.

Mit im Preis inbegriffen ist die Besichtigung der (ehemaligen) Hydraulik der Brücke. Freunde der Ingenieurskunst werden diese alten, von Dampfmaschinen betriebenen Anlagen lieben – für alle anderen sind sie allein ob der Größe beeindruckend. Dazu müsst ihr nach dem Verlassen, die Brücke weiter südlich entlang gehen. Direkt am Themseufer könnt ihr nun unter der Brücke hindurch gehen. dort befindet sich der Zugang.

Die alten Hydraulikpumpen der Firma W.G. Armstrong Mitchell & Company beeindrucken durch schiere Größe. 360 PS sorgten lange Zeit dafür, dass die Zugbrücken geöffnet bzw. geschlossen wurden. Heutzutage werden sie nicht mehr eingesetzt, sie wurden 1974 durch eine Ölhyfraulik ersetzt.

Anfahrt, Kosten , Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten sind im Sommer zwischen 9.30h und 18:00h (letzter Einlass um 17h), im Winter verschieben sich die Zeiten um eine halbe Stunde nach vorne. 

Es lohnt sich übrigens, die Tickets online zu buchen. Das  ist deutlich günstiger. Ihr bezahlt für ein Ticket £ 15.80, wenn ihr unter 15 seid lediglich £ 7.90 und jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren sind mit etwa £ 11.90 dabei. Kinder unter fünf Jahren haben kostenlosen Eintritt. Aber schaut euch auf der Ticketseite noch einmal genau um. Die Preise ändern sich regelmäßig. Aktuell werden etwa auch Familientickets angeboten.

💡 TIPP: Eine Übersicht über die verschiedenen Ticketarten, Führungen und Events oder zum kostenlosen Audioguide findet ihr übrigens auf dieser Seite der Londonbridge.

Wie kommt ihr am besten hin? Ganz einfach. Ihr fahrt mit der Tube (Circle oder District Line) bis zur Haltestelle Tower Hill, geht links am Tower vorbei und kommt dann direkt auf die Brücke. Kommt ihr aus Richtung Docklands, nutzt einfach die DLR, Haltestelle Tower Gateway.

Wenn ihr mit dem Bus anreisen wollt, nutzt die Linien 15, 42, 78, 100 oder 343.

Fazit – lohnt sich ein Besuch?

Die Tower Bridge ist und bleibt eines der Wahrzeichen Londons. Es ist schon ein tolle Erlebnis, sie auf 43 Metern über der Themse zu überqueren. 16 Pfund sind mittlerweile schon eine Stange Geld, aber auch die Tower Bridge Experience hat ermäßigte Tickets (2 für 1 über day´s out London), wenn ihr am selben Tag noch mit dem Zug (auch z.B. Thameslink oder Stansted Express) unterwegs seid. Wichtig ist: Ihr müsst eine Fahrkarte vorlesen können und die Tickets im Vorfeld buche.

Ihr könnt für diesen Betrag deutlich langweiligere Dinge tun. Von daher durchaus eine Empfehlung, die jährlich zwischen 600.000 und 850.000 Menschen nutzen.

Auch, wenn ihr einen Londonpass habt, könnt ihr die Tower Bridge gut als Kleinigkeit etwa zwischen etwa Tower und HMS Belfast einbauen. Denn mit einer Stunde kommt ihr für den Besuch ganz gut hin.

KategorieBewertung
Aussicht⭐⭐⭐⭐☆
Preis-Leistung⭐⭐⭐⭐☆
Wartezeit⭐⭐⭐⭐☆
Familien⭐⭐⭐⭐⭐
Fotospots⭐⭐⭐⭐☆
Geschichte⭐⭐⭐⭐☆
Meine Gesamtwertung⭐⭐⭐⭐☆

8 Kommentare zu „Tower Bridge Experience – mit einem Herz aus (Plexi-)Glas“

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