Covent Garden muss man eigentlich nicht mehr erklären. Die ehemaligen Markthallen gehören zum Standardprogramm der meisten London-First-Timer und das durchaus zu Recht. Aber wenn man den Aktionsradius nur geringfügig größer zieht, kommen noch ganz andere Schätze zum Vorschein. Vor Allem um diese kleinen und größeren besonderen Plätze, soll in diesem Beitrag gehen.

  1. Covent Garden – eine Begriffsbestimmung
  2. Museen
    1. Bow Street Police Museum
    2. London Transport Museum
    3. Museum of Freemansonry
  3. Weitere Highlights
    1. Royal Opera House
    2. Seven Dials Market
    3. Instagramable Places
      1. Neal´s Yard
      2. Slingsby Place, Conduit Court Passage und Floral Court
  4. Anreise
  5. Fazit

Covent Garden – eine Begriffsbestimmung

Unter Covent Garden wird landläufig oft nicht das entsprechende Stadtviertel, sondern der Apple Market mit seinen Hallen und Straßenkünstlern verstanden. Noch genauer: die Covent Garden Piazza im Schatten der Pfarrkirche St. Paul´s (nicht zu verwechseln mit der St. Paul´s Cathedral!). Der Name leitete sich übrigens von der ehemaligen Funktion des Viertels ab. So wurde im Mittelalter das Gebiet als Gemüsegarten von Westminster Abbey genutzt. Es war also der Garten eines Konvents von Mönchen (Convent´s Garden), was später im allgemeinen Sprachgebrauch zu Covent Garden verkürzt wurde.

Aber Es gehört viel mehr dazu. Wie auf der Karte zu sehen, hat es das Viertel in Sachen Highlights in sich.

Es gehört wohl zum touristischen Standardprogramm, durch die Markthallen zu gehen und dort die vielen Geschäfte, Restaurants und Straßenkünstler*innen zu genießen. Man muss dort mal gewesen sein. Als ich das letzte mal mit meinen Kindern den Apple Market besuchte, wurde ich sogar von einem der Straßenkünstler mit einbezogen. Naja…. war schon irgendwie lustig. 🤷

Den Markt gibt es im Übrigen bereits seit dem 17. Jahrhundert. Er startete als kleiner privater Markt im Jahr 1656, aber ab 1670 durfte er mit einer entsprechenden Lizenz des Königs regelmäßig stattfinden. So wuchs er immer weiter und war zu Beginn des 18 Jh. bereits der bedeutendste Markt für Gemüse, Obst und Blumen in England. Ab dem Jahr 1830 begann man damit, das Gelände witterungsunabhängiger zu machen und 1860 folgte die bis heute bekannte Dachkonstruktion aus Stahl. Die Geschichte des Viertels ist insgesamt sehr spannend. Es würde sich lohnen, alleine dazu einen eigenen Beitrag zu schreiben.

Ansonsten sollte man für diese Gegend die klassischen Touristentipps beherzigen:

  • Behaltet eure Handys, Portmonnais und Kameras bei euch. Taschendiebe gibt es hier genug. Seid vor Allem bei den mehr oder weniger guten Straßenkünstlern vorsichtig.
  • Nutzt nicht unbedingt die Tube-Haltestelle Covent Garden. Die ist immer voll und durch den Aufzugbetrieb langsam. Steigt lieber am Leicester Square aus. Von da aus sind es lediglich 5-7 Minuten zu Fuß.

Wenn ihr nun schon vom Leicester Square in Richtung Covent Garden wandert, nutzt nicht unbedingt den bekannten Weg über den Long Acre, sondern nutzt die Floral oder die King´s Street. Beide Straßen sind zum Shoppen gut geeignet. Ihr findet hier zahlreiche Markenshops. Von exklusiv bis erschwinglich für alle. Eine Übersicht über alle vorhandenen Marken findet ihr hier.

Aber darüber hinaus hat Covent Garden auch mehr zu bieten. Dazu komme ich im Folgenden.

Museen

Das Viertel beherbergt eine gute Anzahl an hervorragenden Museen. Diese sind aber weitgehend nicht in staatlicher Hand und somit nicht unbedingt kostenlos. Aber dennoch sind sie einen Besuch wert.

Bow Street Police Museum

Das Bow Street Police Museum ist keines der riesigen Museen in London, in denen man sich stundenlang aufhalten kann. Ist man aber sowieso in der Gegend rund um Covent Garden, kann man hier gut einige Zeit verbringen. Es ist 2021 in den ehemaligen Räumlichkeiten der Polizeiwache Bow Street eröffnet worden (also noch recht neu). Die Originalräumlichkeiten sind es auch, die das Museum spannend machen und ihm viel Flair verleihen. In etwa fünf Räumen – vier davon sind die ehemaligen Zellen – wird die Geschichte der Polizeistation erzählt. Der Eintritt kostet etwa 7 Pfund. Ihr findet hier im Blog noch einen ganzen Beitrag zu dem Museum.

London Transport Museum

Das London Transport Museum ist durchaus ein Highlight. Hier gibt es – wie der Name es schon sagt – die Geschichte des Öffentlichen Transportwesens in London zu bestaunen. Denn London war eine der ersten Städte mit einem ausgedehnten und funktionalen ÖPNV. Von der Pferdekutsche über die Entstehung der Tube, bis hin zu den roten Doppeldeckern gibt es einigen zu sehen und zu entdecken. Besonders interessant sind dabei die vielen Originalgefährte, bei denen auch öfter gilt: einsteigen erlaubt und erwünscht. Besonders interessant fand ich die große interaktive Karte, auf der gezeigt wird, wo, wie und wann welcher tube-Zug in der Stadt unterwegs ist und welch eine Koordinationsaufgabe hinter diesem System stecken muss.

Der Eintritt ist mit etwa 18 Pfund nicht ganz ohne, aber zum Einen kann man mit dem Ticket ein Jahr lang die Ausstellung so oft besuchen wie man möchte (als Tourist findet das wohl nicht so oft statt) und zum Anderen ist das Ticket auch in vielen London-Pässen mit enthalten und dann lohnt sich der Besuch auf jeden Fall. Hier findet ihr einen ausführlichen Beitrag zum London Transport Museum.

Museum of Freemansonry

Anders, als die anderen Museen ist das Freimaurermuseum kostenlos. Seit 1775 gibt es ein Gebäude der Freimaurer in der Great Queens Street und bereits 1841 wurde an dieser Stelle das erste Freimaurermuseum eröffnet, bestückt mit von den Mitgliedern gestifteten Ausstellungsstücken. Das heutige Gebäude existiert seit dem Jahr 1933. Seitdem wurde ein Bibliothek, das Museum und die Tempel der Logen im Großraum London angeschlossen.

Es versteht sich von selbst, dass ein Gebäude mit diesem Stellenwert auch nach außen repräsentieren muss und das ist auch so. Allein die Architektur von Henry Victor Ashley und Francis Winton Newman ist beeindruckend – sowohl von innen, als auch von außen. Ihr findet im Museum jede Menge Zeremonialatuensilien, Kunstgegenstände, Schmuckstücke, Möbel oder auch Uhren, an deren Beispiel das Leben und wirken als Freimaurer gezeigt wird. Wenn man kulturhistorisch interessiert ist, handelt es sich um spannende Stücke und ebensolche Geschichten. Man erfährt viel über die Geschichte und die Grundideen sowie der Zeremonien der Freimaurer. Auch wenn – natürlicher Weise – das Freimaurertum wenig kritisch und fast durchweg positive dargestellt wird, ist es dennoch spannend.

Mehr infos gibt es im entsprechenden Blog-Eintrag.

Weitere Highlights

Aber nicht nur Museen gehören zu den interessanten Plätzen. Ein paar Highlights zu anderen Themen habe ich hier aufgelistet.

Royal Opera House

Das Royal Opera House findet ihr nordöstlich des Apple Markets in der Bow Street (unweit des Polizeimuseums). Opern und Operetten als auch Ballett von Weltrang werden hier präsentiert und wenn man Fan der klassischen Künste ist, sollte das Royal Opera House durchaus auf der Bucket List stehen. Das Gebäude selber hat einige Veränderungen durchlaufen. Das erste Theater wurde an der Stelle im Jahr 1734 eröffnet. Das Gebäude entstand aber erst zwischen 1857 und 1858, wo es 1892 offiziell zum Royal Opera House wurde. Im Royal Opera House gibt es sogar eine sehr schicke Dachterrasse, auf der ihr stilvoll einen Kaffee genießen könnt. Schaut doch mal auf diesen Beitrag von Patrick von londonseite.de.

Seven Dials Market

Auch für Foodies hält Covent Garden einiges bereit. Unabhängig von der Vielzahl an kleineren Restaurants (auch hier sind die Nebenstraßen interessant!), findet ihr im Seven Dial´s Market (35 Earlham St) eine tolle Food Hall, die die unterschiedlichsten Geschmäcker bedient. Ein Pluspunkt: Viele der Anbieter versuchen lokal und nachhaltig zu arbeiten.

Instagramable Places

Regelmäßigen Kunstinstallationen oder die beeindruckende Weihnachtsbeleuchtung gehören zum Standardprogramm – vor Allem der Piazza – und sind für Instagram-Nutzer spannend. Es gibt drumherum aber noch weitere spannende Orte!.

Neal´s Yard

Fast schon ein Klassiker ist Neal´s Yard. Der Platz und seine angrenzenden Gässchen sind wunderbar farbenfroh gestrichen und bieten dem geneigten Fotoliebhaber jede Menge Motive zur Auswahl. Es hat ja einen Grund, warum man die entsprechenden Schnappschüsse auf Instagram regelmäßig in die Timeline gespült bekommt.

Unabhängig von den Fotomotiven findet ihr am Platz aber auch ein paar nette Geschäfte/Restaurants und mit der St. John´s Bakery auch eine großartige Bäckerei! Im Gebäude 11 Neal´s Yard (s. Fotos) hatte sich 1976 auch die Britische Kult-Comedy-Truppe Monty Python eingemietet und das Haus mit den blauen Fenstern als Büro und Studio genutzt. Eine blaue Plakette am Gebäude erinnert daran.

Slingsby Place, Conduit Court Passage und Floral Court

Die anderen Plätze sind schnell erzählt. Bewegt ihr euch von Neal´s Yard in Richtung der Piazza, so kommt ihr an mehreren einzigartigen Straßen vorbei. Der Slingsby Place besticht durch sein Dach aus bunten Blüten.

Etwas spannender ist die Conduit Court Passage, die Long Acre und Floral Street miteinander verbindet. Dieser kleine Tunnel wurde mit Spiegelfolie und farbwechselnden Lichtern ausgestattet und bietet so den Hintergrund für allerlei Fotoideen.

Geht man die Passage weiter, gelangt man zum Floral Court. Hier geben sich die Anrainer stets Mühe, den Namen umzusetzen, z.B. mithilfe mannshoher Holzelefanten.

Anreise

Covent Garden liegt im Herzen des klassischen Londons. Zu Fuß ist es etwa vom Trafalgar oder Leicester Square gut und schnell zu erreichen. Wollt ihr dennoch per U-Bahn dorthin fahren, könnt ihr das z.B. mit der Piccadilly-Line. Sie bedient die Haltestelle Covent Garden.

Allerdings würde ich an eurer Stelle nicht unbedingt diese Station nutzen. Zum Einen ist es hier immer voll, die Bahnsteige sind nur mit Aufzügen erreichbar und die Taschendiebdichte ist hier schon recht groß. Steigt doch lieber bereits am Leicester Square aus und spaziert die etwa 320 Meter eben zu Fuß. Ein weiterer Vorteil: mit der Northern Line habt ihr eine zweite Anreiseoption.

Welche Variante schneller und besser ist, könnt ihr ja einmal ausprobieren:

Fazit

Covent Garden ist mehr als die weltbekannte Piazza. Aber auch mir ihr zusammen, hat das Stadtviertel einiges zu bieten und es lohnt sich, etwas mehr zeit dort zu verbringen. Schaut doch mal vorbei.

2 Kommentare zu „Museen, Märkte, Foodhall – Highlights in Covent Garden

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