Am Fuße der Tower Bridge auf der nördlichen Tower-Seite befindet sich er Eingang zur Tower Bridge. Für etwa 10 £ könnt ihr durch den einen Turm in der Brücke hochsteigen (oder auch den Fahrstuhl nehmen), um im Obergeschoss über die Brücke zu gehen. Der Clou hierbei ist: Man hat nicht nur eine brillante Aussicht in die Ferne, man kann auch durch den Plexiglasboden direkt in die Themse und auf die Fahrbahn gucken – ein Anblick, der etwas gewöhnungsbedürftig ist.

  1. Die Tower Bridge
  2. Die Tower Bridge Experience
    1. Teil 1 – Die Brücke
    2. Teil 2 – der Maschinenraum
  3. Anfahrt, Kosten , Öffnungszeiten
  4. Fazit – lohnt sich ein Besuch?

Die Tower Bridge

Die Tower Bridge ist neben dem Tower selber, dem Buckingham Palace oder Westminster sicherlich eines der ikonischen Bauwerke in London. Eine Brücke, die man sofort mit dieser Stadt verbindet. Sie verbindet den Tower bzw. die Tower Hamlets mit der südlichen Seite der Themse, der London Bridge City, mit ihren berühmten Bauwerken, wie the Scoop (City Hall), The Shard oder dem Borough Market. Gleichsam startet auf dieser Seite der Queen´s Walk und auch der Platz neben der Brücke sowie Potters Field Park laden zum entspannten Kaffeetrinken mit Traumpanorama ein.

Hier aber erst einmal ein paar Infos rund um die Brücke selber. Im Jahr 1894 wurde die Brücke nach achtjähriger Bauzeit eröffnet. Sie wurde notwendig, da der Verkehr rund um den Hafen und die Docks stetig zunahm und eine weitere Themseüberführung den Verkehr auf den anderen Strecken deutlich entlasten sollte. Der bereits 1870 gegrabene Tube-Tunnel hatte sich zu einer Fußgängerstrecke entwickelt und half beim Warentransport eher weniger weiter.

Die Brücke wurde nach einem Plan und zu Beginn auch unter Aufsicht von Horace Jones, dem damaligen Stadtbaumeister und gleichzeitig auch Mitglied der Auswahljury, errichtet. Leider hat Jones das Ende der Bauarbeiten nicht mehr erlebt, starb er doch bereits im Jahr 1887. Auf ihn gingen jedoch die Grundideen zurück: Man benötigte ein Zugbrücke, um den Schiffsverkehr nicht zu behindern. Gleichzeitig sollte der Verkehr ungestört rollen und auch Fußgänger wieder oberirdisch die Themse queren können. Dies erreichte man vor allem durch die Zweistöckigkeit der Brücke. Während der Verkehr die untere Fahrbahn nutze, konnten Fußgänger in den Türmen auf die zweite Etage gelangen, auch ungehindert vom Schiffsverkehr. Diese grundsätzlich gute Idee wurde allerdings bereits im Jahr 1910 wieder kassiert. Der Fußgängerüberweg war zu einem El Dorado für Taschendiebe und einem Hot Spot der Prostitution geworden.

Tower bridge works 1892
Die Tower Bridge während des Baus im Jahr 1892 (Quelle: wikicommons)

Nichts desto trotz entwickelte sich der Prachtbau zu einer ikonischen Wegmarke der Stadt. Die Brücke ist auch in Zahlen beeindruckend:

  • Länge: 244m
  • Höhe: 9 m Fahrbahn, 43 m Fußgänger
  • Die Türme liegen 61 m auseinanander und wiegen 70.000 Tonnen
  • 11.000 Tonnen Stahl wurden von 432 Arbeitern von fünf Bauunternehmen verarbeitet
  • Täglich fahren etwa 40.000 Fahrzeuge darüber
  • 1000 mal im Jahr wird die Brück hochgeklappt, maximaler Winkel: 86°. Hier könnt ihr nachschauen, wann sich Schiffe angemeldet haben.

Ihr heutige Farbgebung in rot, weiß und blau wurde erst 1977 anlässlich des silbernen Thronjubiläums von Queen Elisabeth II. installiert, aber seitdem durchgehend erhalten.

Die Tower Bridge Experience

Im Jahr 1993, also gut 80 Jahre, nachdem der Fußgängerüberweg geschlossen wurde, eröffnete die Tower Bridge Experience. Hierzu wurde die zweite Etage komplett restauriert.

Teil 1 – Die Brücke

Ihr überquert die Themse von der Nordseite, also aus Richtung Tower kommend, findet ihr auf der rechten Seite im ersten Turm den Eingang in die Tower Bridge Experience. Dort einmal eingecheckt, habt ihr die Möglichkeit mit dem Aufzug die 34 Meter bis zur Fußgängerbrücke zu überbrücken. Oder – und das lege ich euch ans Herz – ihr nehmt die Treppe. Dreißig Meter sind nicht die Welt, aber allein schon der Aufstieg ist ein Teil des Ganzen. An manchen Stellen ein wenig niedrig, mit Treppen, die nicht an jeder Stelle Normmaß besitzen, staunt man sich langsam aber sicher nach oben.

Auf einem Zwischenplateau kann man sich über die Baumeister informieren, die am Bau der Tower Bridge beteiligt waren. Ein kleiner Film bringt Bewegung in die Bilder.

Doch das eigentliche Highlight ist die Überführung selber. Hie habt ihr zum Einen eine tolle Übersicht über die Themse und somit den Fluss hinauf oder hinunter. Ihr könnt den Tower genau so sehen, wie die Southbank oder Buttler´s Warf. Seit dem Jahr 2014 wurde zudem ein Teil des Fußbodens durch Plexiglas ersetzt, sodass ihr direkt nach unten bis auf das Wasser schauen könnt. Wir hatten damals das Glück, dass gerade die Brücke hochgezogen wurde und ein Schiff darunter her fuhr. Aber auch ohne diese Besonderheit ist es ein seltsame und gleichzeitig prickelndes Gefühl, direkt über das Wasser oder die Fahrbahn zu gehen. Natürlich ist der Plexiglasabschnitt auch prädestiniert für Fotos.

Man kann im Übrigen über beide der beiden Fußgängerbrücken (rechts und links) gehen. Es lohnt sich auch, beide Seiten zu nutzen, da natürlich die Ausblicke zu den enstprechenden unverbauten Seiten deutlich besser sind.

Im südlichen Turm findet man den Abstieg. Auch hier kann man zwischen einem Lift und der Treppe wählen.

Teil 2 – der Maschinenraum

Aber nicht nur die Aussicht von der Brücke ist der Wahnsinn. Mit im Preis inbegriffen ist die Besichtigung der (ehemaligen) Hydraulik der Brücke. Freunde der Ingenieurskunst werden diese alten, von Dampfmaschinen betriebenen Anlagen lieben – für alle anderen sind sie allein ob der Größe beeindruckend. Dazu müsst ihr nach dem Verlassen, die Brücke weiter südlich entlang gehen. Direkt am Themseufer könnt ihr nun unter der Brücke hindurch gehen. dort befindet sich der Zugang.

Die alten Hydraulikpumpen der Firma W.G. Armstrong Mitchell & Company beeindrucken durch schiere Größe. 360 PS sorgten lange Zeit dafür, dass die Zugbrücken geöffnet bzw. geschlossen wurden. Heutzutage werden sie nicht mehr eingesetzt, sie wurden 1974 durch eine Ölhyfraulik ersetzt.

Anfahrt, Kosten , Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten sind im Sommer zwischen 9.30h und 18:00h (letzter Einlass um 17h), im Winter verschieben sich die Zeiten um eine halbe Stunde nach vorne. 

Es lohnt sich übrigens, die Tickets online zu buchen. Das  ist deutlich günstiger. Ebenso macht es vielleicht Sinn, gleich ein Kombiticket zu erstehen und so beim Eintritt für das Monument zu sparen. Auch hier erhält man für relativ wenig Geld eine tolle Aussicht. Ihr bezahlt für ein Ticket £ 12.30, wenn ihr unter 15 seid lediglich £ 6.20. Kinder unter fünf Jahren haben kostenlosen Eintritt. Das Kombiticket mit dem Monument liegt bei £ 14.60 (Kinder £ 7.20). Das Monument alleine läge bei £ 6 bzw. £ 3. Das Kombiticket lohnt sich also durchaus, wenn ihr nicht mit einem der Londonpässe unterwegs seid.

Wie kommt ihr am besten hin? Ganz einfach. Ihr fahrt mit der Tube (Circle oder District Line) bis zur Haltestelle Tower Gateway, geht links am Tower vorbei und kommt dann direkt auf die Brücke. Wenn ihr mit dem Bus anreisen wollt, nutzt die Linien 15, 42, 78, 100 oder 343.

Fazit – lohnt sich ein Besuch?

Die Tower Bridge ist und bleibt eines der Wahrzeichen Londons. Es ist schon ein tolle Erlebnis, sie auf 43 Metern über der Themse zu überqueren. In der Kombination mit dem Ticket für das Monument, sind die knapp 16 Pfund meines Erachtens nach gut angelegtes Geld und die knapp 20 Euro wert. Ihr könnt für diesen Betrag deutlich langweiligere Dinge tun. Von daher durchaus eine Empfehlung, die jährlich zwischen 600.000 und 850.000 Menschen nutzen.

Auch, wenn ihr einen Londonpass habt, könnt ihr die Tower Bridge gut als Kleinigkeit etwa zwischen etwa Tower und HMS Belfast einbauen. Denn mit einer Stunde kommt ihr für den Besuch ganz gut hin.

5 Kommentare zu „Tower Bridge Experience – mit einem Herz aus (Plexi-)Glas

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