Gesundheitsfragen sind immer noch absolut en vogue. Themen wie Körperbewusstsein, Mental Health, mentale Stärke oder medizinischer Fortschritt werden heute öffentlich wie privat intensiv diskutiert. Dem Thema „Gesundheit“ hat sich auch die Wellcome Collection nahe Euston Station verschrieben. Sie verbindet auf spannende Weise Wissenschaft, Kunst und Geschichte. Wie so oft in London ist dieses Museum mit angeschlossener Bibliothek kostenlos zu besichtigen – auch, wenn es ausnahmsweise ein privates ist. (aktualisiert 08/2026)
Was erwartet euch in der Wellcome Collection London?
Die Dauerausstellung
Das Herzstück der Wellcome Collection bildet heute die Dauerausstellung Being Human. Sie geht der Frage nach, was den Menschen im 21. Jahrhundert ausmacht. Themen wie Genetik, Gesundheit, Identität, psychische Erkrankungen, Infektionskrankheiten oder der Einfluss des Klimawandels werden dabei nicht rein wissenschaftlich erklärt, sondern aus ganz unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.
Zwischen Kunstwerken, historischen Objekten und interaktiven Installationen regt die Ausstellung immer wieder dazu an, über das eigene Leben und den medizinischen Fortschritt nachzudenken. Gerade diese Mischung aus Wissenschaft, Kunst und gesellschaftlichen Fragen macht die Sammlung für mich zu einem der ungewöhnlichsten Museen Londons. So begegnet ihr unter anderem einer Skulptur, die nach Muttermilch riecht, einem Astronauten auf der Flucht oder Installationen über Epidemien und Klimawandel. Nicht unbedingt gewöhnliche oder klassische Exponate.
Einen Audioguide findet ihr im Übrigen hier.







🤓 Info: Die Basis für alle Ausstellungen bildete die Sammlung von Sir Henry Solomon Wellcome (1853-1936). Wellcome war nicht nur sehr vermögend, sondern auch auch stark interessiert an dem Thema Medizin und sammelte so auf seinen Reisen sammelte auf seinen Reisen nahezu alles, was mit Medizin, Gesundheit und menschlicher Kultur zu tun hatte.
Dabei war es ihm egal, ob es sich um OP-Besteck, Literatur oder Bilder handelte. Er hinterließ all seine Sammlungen einer Stiftung (dem Wellcome Trust), die Gesundheitsthemen fördern sollte. Aus ihr entstand schließlich 2007 die Wellcome Collection.






Wechselnde Sonderausstellungen
Neben der Dauerausstellung gibt es regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen, sodass sich ein Besuch auch nach einigen Jahren durchaus lohnt. Was die Exhibitions eint: Sie haben immer etwas mit dem Thema Gesundheit zu tun, aber nicht unbedingt immer im engeren Sinne. Bei meinem letzten Besuch warf etwa die Ausstellung „Joy“ einen Blick auf alles, was uns besser fühlen lässt, die Ausstellung „Tranquility“ widmete sich der Ruhe und der Ausgeglichenheit. Die Herangehensweisen waren insgesamt echt spannend und haben eingeladen, länger zu bleiben. Welche Themen gerade behandelt werden findet ihr tagesaktuell auf der Homepage unter all exhibitions and events.
Seid ihr übrigens wissenschaftlich Interessiert oder forschend tätig, könnt ihr auch in der hauseigenen Bibliothek forschend tätig werden und im Nachlass von Wellcome und der mittlerweile auf 1,1 Millionen Objekte angewachsenen Sammlung stöbern. Hier findet ihr alle wichtigen Informationen dazu.
Zusammenfassung und Anfahrt
🏠 183 Euston Road
London NW1 2B
📧cinfo@wellcomecollecton.org
🚈 U-Bahn: Euston Square (Circle, Metropolitan und Hammersmith and City Line)
🚍 Bus: Euston Station oder Euston Road
🕖 Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist täglich von 10-18 Uhr geöffnet, die Bibliothek von 10-16 Uhr. Montags ist Ruhetag.
Fazit
Die Wellcome Collection gehört sicher nicht zu den Museen, die jeder Londonreisende auf dem Schirm hat – genau das macht aber ihren Reiz aus. Wer Lust auf ein ungewöhnliches Museum abseits der großen Touristenmagnete hat, findet hier spannende Ausstellungen, eine wunderschöne Bibliothek und jede Menge Stoff zum Nachdenken. Durch die Nähe zu King’s Cross, der British Library und St. Pancras lässt sich der Besuch außerdem hervorragend mit anderen Sehenswürdigkeiten verbinden.
Meiner Meinung nach sind die Ausstellungen sehr liebevoll kuratiert. Das Museum ist auch nicht so umfassend wie etwa das British Museum (hier zum Blogeintrag) oder die Tate Modern. Wenn ihr ein bis zwei Stunden einplant, habt ihr genug Zeit, euch in Ruhe umzusehen – natürlich kann man auch länger bleiben und alles genauer inspizieren oder etwas schneller den Weg durch die Ausstellungen finden.
3 Kommentare zu „Mein Geheimtipp: The Wellcome Collection“