Die Scherbe (The Shard) ist wohl eine der bekanntesten Landmarks Londons und auch die höchste Aussichtsplattform der Stadt. Ihr bewegt euch auf den Etagen 68 bis 72 auf etwa 220m Höhe und habt einen extrem weiten Blick. Bis zu 40 Meilen soll man bei gutem Wetter schauen können. Verschiedene Bars laden zu zu leckeren Cocktails und anderen Getränken ein. Besonders interessant sind die Toiletten. Erwischt ihr die richtige Kabine, schaut ihr vom Klosett direkt durch die Glasfassade ins Weite. (Stand 07/23)



The Shard – Wissenswertes rund um das Riesengebäude
Drei Jahre Bauzeit waren von 2009 bis 2012 nötig, um diesen Wolkenkratzer zu bauen. Sollte er im ursprünglichen Entwurf noch über 400 Meter hoch werden, setzten sich jedoch die Anwohnerinnen und Anwohner durch und man musste sich mit etwa 100 Metern weniger zufrieden geben. Nichts desto trotz war die Scherbe dennoch bis Januar 2020 der größte Wolkenkratzer der EU. Mittlerweile hat sie der Varso Tower in Polen überholt. Zwar misst er auch 310 Meter, doch bei der Shard sind in diesen 310 Metern auch Aufbauten, wie etwa Antennen, eingerechnet (ohne nur 306 m); beim Varso Tower nicht.
Gebaut wurde die englische Pyramide durch den Immobilieninvestor Irvine Sellar, an dessen Immobilienfirma allerdings zu weiten Teilen der Staat Katar beteiligt ist. Den zweiten, letztlich umgesetzten Entwurf verdanken wir dem italienischen Architekten Renzo Piano, einem international renommierten Zeichner von Großprojekten. Er war z.B. an der Neugestaltung des Potsdamer Platzes in Berlin oder dem Neubau des New York Times Buildings in New York beteiligt.
Ein paar weitere Zahlen gefällig? Die Scherbe hat dabei eine Nutzfläche von 110.000 m2. 11.000 Glasscheiben sorgen für das spektakuläre Erscheinungsbild und mit einer Geschwindigkeit von 6 m/s verbinden 44 Aufzüge und 306 Treppen die 72 nutzbaren der 86 Etagen des Gebäudes.
Im Inneren des Wolkenkratzers warten neben 55.000 m2 Bürofläche und zehn Luxuswohnungen auch ein 5-Sterne-Hotel und mehrere Restaurants und Bars. Mit dem nötigen Kleingeld lassen sich hier ein exquisiter Abend oder auch ein Urlaub der Luxusklasse verbringen. Dabei habt ihr derzeit die Auswahl zwischen:
| Aqua Shard | In der 31. Etage findet ihr Fine Dining im folgenden Stil: contemporary British dishes using the finest seasonal ingredients and carefully crafted cocktails |
| Bar 31 | Öffentliche Bar im Erdgeschoss |
| GŎNG | Bar im 52 Stock der Shard. Cocktail gefällig? Die bekommt man hier in verschiedensten Variationen. |
| Hutong | Nordchinesisch wird es in Etage 33. Das Hutong basiert auf einem beliebteb Restaurant in Hongkong |
| Oblix | Der 32. Stock gehört dem Oblix. Es teilt sich dabei in zwei Seiten: Oblix West is a refined, urban dining space where people can relax and enjoy a variety of options from our menus from brunch to dinner. Oblix East offers diners an eclectic mix of innovative dishes along with award winning cocktails and afternoon tea |
| Sky Lounge | Die Sky Lounge ist die Bar des 5-Sterne inne habenden Shangri La – Hotels auf Level 34 |
| TĪNG | Auf Level 35 wird hier gehobene Britische Küche mit einem asiatischen Twist serviert. |
Natürlich müsst ihr bei allen Restaurants und Bars (außer der Bar 31) reservieren. Das kann aber auch ein ganz kluger Schachzug sein, denn die Fahrt nach oben ist bei der Reservierung inklusive. Mehr dazu weiter unten.





Die Besucherplattform
Die Besucherplattform findet ihr auf den Etagen 68 bis 72. Ihr erreicht die Plattform mithilfe von zwei Aufzügen (ein mal umsteigen muss sein). Oben angekommen, habt ihr auf ingesamt zwei Plattformen jeweils einen herausragenden 360°-Blick über London.
Ihr könnt so lange oben bleiben wie ihr wollt. Ein Eiswagen und eine Cocktailbar lassen einen schnell länger als geplant dort verweilen um entspannt die Aussicht zu genießen. Auch Instagram-Freunde (#theshard)kommen auf ihre Kosten!
Wie ich oben bereits schrieb, ist ein recht spezielles Highlight die Toilette. Seid ihr in der richtigen Kabine, trennt euch von außen nur eine Glasscheibe. Das kann etwas befremdlich sein. Aber wer kann auf dieser Höhe schon in die Kabinen schauen…. (wahrscheinlich ist das Glas auch von außen verspiegelt…).
Bevor ihr nach oben fahrt und nachdem ihr wieder unten angekommen seid, wartet – wie meistens – ein Souvenirladen auf euch. Zudem könnt ihr auf dem The Shard – Thron Platz nehmen. Für ein Erinnerungsfoto ist das nur gut!






Pricing und Anfahrt
Ein Wermutstropfen bei der Sache ist die Frage des Geldes. Nicht nur, dass die Preise für Drinks und Cocktails schon knackig sind, ein Ticket nach oben kann man ab 28£ erstehen (am besten vorher online buchen). Ein nicht mehr ganz so geheimer Trick ist aber, einen Tisch in einem der zahlreichen Bars oder Restaurants zu buchen. Trinkt ihr dort einen Cocktail oder esst etwas, ist die Fahrt nach oben mit inklusive. Eine weitere Alternative wäre es, den London Pass oder den Go City Explorer Pass zu nutzen. Wenn ihr sowieso relativ viele der teureren Attraktionen machen wollt, können sich diese Pässe lohnen.
Ihr findet die Shard in direkter Nachbarschaft zum Borough Market, am Südende der London Bridge. Mit der U-Bahn steigt ihr an der gleichnamigen Station aus. Jubilee- und Northern – Line bringen euch dorthin. Mit dem Bus seid ihr mit den Linien 43, 48, 141, 149 oder 521 dabei (London Bridge Station).
Von der Tube aus, führt eine eigene (Roll-)Treppe ins Innere des Wolkenkratzers. Ihr könnt aber auch die Haupthalle über den Vorplatz im Norden des Gebäudes erreichen, wenn ihr mit dem Bus unterwegs seid.
Fazit
Ob sich ein Besuch in der Shard lohnt? Sicherlich ist das Hochhaus eines der ikonischen Bauwerke der Stadt und übt schon einen gewissen reiz aus.Wir haben damals den Go City Explorer Pass genutzt und es war schon beeindruckend. Eine tolle Aussicht und eine gut gemachte Aussichtsplattform erwarten euch oben auf der Scherbe.
Ob der Besuch allerdings das Geld wert ist? Ich tendiere zu nein, aber ganz sicher bin ich mir selber noch nicht. Denn eines ist klar: Bei allen interessanten Alternativen, findet ihr im Moment keinen höheren Punkt. Und der Unterschied ist schon deutlich.





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