Fans von Harry Potter kennen sicherlich das Reptilienhaus des Londoner Zoos aus „Harry Potter und der Stein der Weisen“. Aber auch darüber hinaus hat der Zoologische Garten im Regents Park einiges zu bieten: nicht alltägliche Tiere, eine Pause von der sonst hektischen Stadt und ein Erlebnis für die ganze Familie.
Aus der Geschichte
Fast 200 Jahre ist der Zoologische Garten der Zoological Society of London (ZSL) mittlerweile alt. Im Jahr 1828 wurde durch die Wissenschaftliche Zoologische Vereinigung im Regents Park der erste Zoo auf dem Hintergrund wissenschaftlichen Interesses gegründet, nicht allein um der Unterhaltung Willen, wie etwa die Löwen im Tower.
Zu Beginn durften auch nur Mitglieder (fellows) der Zoologischen Gesellschaft die Tiere sehen. Der Öffentlichkeit wurde der Zoo erst 1847 zugänglich gemacht. IN den Folgejahren kamen das in Europa einmalige Reptilienhaus (1849) oder das Aquarium (1853) hinzu. Auch das Insektenhaus (1881) und der Kinderzoo (1938) waren innovativ. Und so wuchs der Zoo weiter, bis er in seinen heutigen Grenzen zu finden ist.
Wenn ihr mehr über den Zoo erfahren wollt, dann lohnt es sich, auf dessen Webseite ein wenig herum zu surfen. Nicht nur die Geschichte rund um den Zoo und seiner Häuser (inkl. diverser renommierte Architekten, die sich im Zoo verewigen durften) findet ihr dort. Auch Geschichten aus dem Zooleben werden erzählt, wie etwa die wahre Geschichte hinter Winnie the Pooh. Die Seiten sind sehr spannend gemacht und ihr könnt euer neu erworbenes Wissen auch in Quizzen testen.
Was erwartet euch heute
Wie Wikipedia weiß, findet ihr im ZSL London Zoo etwa 2022 25.289 Tiere aus 554 Arten – zuzüglich zweier Ameisenkolonien. Das zeigt schon, wie viel Zeit man einplanen kann.
Heute ist der Zoo vor Allem für sein Reptilienhaus aus dem ersten Harry Potter Film bekannt. Natürlich wird in dem Haus auch kräftig mit diesem Kinoauftritt geworben und man kann sich im Schlangenterrarium in seinen Parsel-Fähigkeiten üben. Aber auch darüber hinaus findet ihr dort verschiedenste Tierarten – vom Lurch bis zum Krokodil.







Doch auch zahlreiche andere Tiere könnt ihr beobachten. Das gelingt am besten, wenn ihr den verschiedenen Rundkursen folgt, die farbig markiert sind und somit eine gute Orientierung bieten (hier findet ihr die Karte des Zoos). Denn ansonsten sind die Wege im Zoo durchaus etwas unübersichtlich. Das ist irgendwie logisch, da der Zoo in seinen Grenzen weitgehend gefangen ist und kaum expandieren kann. Neben den Vögeln, Giraffen oder Affen waren für uns aber die folgenden Tiere ganz besonders:
Das „Tiny Giants House“ widmet sich den kleinen Riesen, etwa Afrikanische Riesenschnecken, Heuschrecken oder zwei beeindurckenden Ameisenkolonien und Korallenriffen. Am beeindruckendsten war dabei der Spinnengang. Ein kleiner Rundgang – etwa 10 Meter lang – wurde regenwaldartig bepflanzt, wodurch eine Art grüner Tunnel entstand. In den Bäumen wurden unzählige recht großer Radnetzspinnen angesiedelt, unter und neben denen her einen der Weg führt. Ein freundlicher Zoomitarbeiter steht immer für Informationen oder bei akuten Ekelanfällen bereit. Immerhin: Die Spinnen verlassen nie ihre Netze. Auch wenn es sich um größere Exemplare handelt, sind ihnen Menschen recht egal. Gleichzeitig sind sie ungiftig. Anders als die in einem der Terrarien gehaltene schwarze Witwe. Nebenbei: Man sich kann im Zoo auch gegen eine Spinnenphobie am lebenden Objekt behandeln lassen. Ein abgefahrenes Haus!
Besonders waren auch die Gorillas, die man in so großen Gruppen auch selten zu sehen bekommt oder weitere selten in Zoos gehaltene Tiere wie etwa die Komodo-Warane. Die australischen Riesen-Wüstenechsen mit dem starken Schwanz und dem bakteriengeschwängerten Speichel, sodass sich jeder Biss direkt entzündet. Auf der anderen Seite ist man aber auch im Schmetterlingszelt oder dem Vogelhaus den frei fliegenden Flattermännern sehr nahe.















Beeindruckend sind die weitläufigen Großkatzengehege. Verschlungene Pfade und hölzerne Brückenkonstruktionen führen einen an Löwen und Tigern vorbei. Leider sind die Gehege so gut angelegt, dass die Tiere sich sehr gut zurückziehen können – ohne von den Besuchern gesehen zu werden. Das ist im Hinblick auf eine artgerechte Haltung und moderne Zooarchitektur natürlich ein großes Plus, im Hinblick auf die Neugierde der Besucher aber natürlich ungünstig. Während die Großkatzen im Hauptteil leben, findet ihr andere größere Tiere auf der „anderen Seite“ des zweigeteilten Zoos. Ein Tunnel unter der Straße verbindet die beiden Teile.




Besonders gut fanden meine Kinder im Übrigen die Pinguinanlage. Eine relativ große Pinguinkolonie vertreibt sich hier die Zeit und man kann sich die immer aktiven Gesellen über und durch eine Glasscheibe auch unter Wasser anschauen und dabei die Zeit vergessen.









Kinder und Familien ist ein gutes Stichwort. Natürlich ist der Zoo auf Familien ausgelegt. Picknickplätze ein großer Spielplatz (eher für die bis fünfjährigen), ein kleiner Streichelzoo mit Ziegen und viele Kleinigkeiten machen neben den Tieren selber den Besuch zu einem doch ganz attraktiven Erlebnis für Familien. Kinder können nicht wirklich verloren gehen, es gibt viel zu bestaunen und der Zoo wirkt inmitten der Hektik der Stadt durchaus wie eine kleine Oase der Ruhe. Für kulinarische Selbstversorger findet ihr viele gemütlich Picknickecken, für Freunde von fremdgekochtem Essen, gibt es natürlich eine Restaurantion.
Anfahrt, Preise, Öffnungszeiten
Die Anfahrt
Viele Wege führen nach Rom und fast genau so viele zum ZSL London Zoo. Die wahrscheinlich schnellste Variante ist die über Camden. Mit der Northern-Line fahrt ihr bis Camden Town. Von da aus könnt ihr am Kanal entlang recht entspannt in 20 Minuten zu Fuß zum Zoo gelangen. Alternativ ist das auch ein guter Rückweg – man kann in Camden noch einmal shoppen oder sich mit Streetfood versorgen.
Wollt ihr in Camden Town nicht aussteigen, weil es zu wuselig und voll ist, fahrt mit der Northern Line einfach eine Haltestelle weiter, bis Chalk Farm. Auch von da aus sind es nur 17 Minuten zu Fuß. Hier findet ihr die Wegbeschreibung.
Seid ihr eher mit der Bakerloo, Circle, Metropolitan oder Hammersmith & City Line unterwegs, fahrt bis zur Haltestelle Baker Street. Von dort aus könnt ihr mit der Buslinie 274 (northbound) alle 12 Minuten zum Zoo gelangen. Auf dem Weg läge noch das Sherlock Holmes Museum (falls ihr vorher oder nachher noch Zeit habt).
Eine weitere Buslinie, die am Zoo vorbei fährt ist die Nr. 88 (Parliament Hill bis Clapham Commons). Ihr steigt in Richtung Great Portland Street bei den Rengents Barracks aus und in Richtung Kentish Town ist es die Haltestelle Prince Albert Street / London Zoo.
Die Preise
Man kann echt viele tolle Dinge zum Zoo sagen. Weniger gut sind die Eintrittspreise. Die sind – wie zu erwarten war – wirklich gesalzen. Je nach Menschenaufkommen sind die Preise unterschiedlich gestaffelt. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen den Wochenendetagen und den Tagen in der Woche. In der Woche ist es natürlich günstiger. Darüber hinaus gibt es noch eine Kategorie „off peak“. Das sind die „in der Woche Tickets“ in den Wintermonaten ab September.
| Wochenende | Normalpreis | off-peak | flexi Ticket | |
| Kinder | 23,10£ | 21,70£ | 18,90£ | 38£ |
| Erwachsene | 33£ | 31£ | 27£ | 28,10£ |
Darüber hinaus gibt es noch das 12 Monate gültige Flexi-Ticket, falls ihr nicht genau wisst, wann ihr den Zoo besuchen möchtet. Alle Ticketsorten könnt ihr über die Webseite des Zoos die Tickets online kaufen.
Natürlich sind die Preise sehr hoch. Und wir hätten auch niemals mit vier Personen den Zoo besucht, bei diesem Eintritt. Wir haben uns damals für den Go City Explorer Pass entschieden, den wir mit drei inkludierten Eintritten gebucht haben. Aber auch im London Pass ist der Eintritt in den Zoo drin. Denn diese Pässe lohnen sich meist nur, wenn ihr wirklich auch die teuren Attraktionen besucht. Und falls ihr an dem Tag Bahn gefahren seid (nicht Tube!), dann gilt auch das 2for1-Angebot bei Vorlage der gültigen Tickets.
Die Öffnungszeiten
Grundsätzlich hat der Zoo zwischen 10 und 16 Uhr offen. Die Zeiten variieren von Jahreszeit zu Jahreszeit etwas. Im Frühjahr und Herbst könnt ihr bis 17 Uhr in den Zoo und in. denSommermonaten sind die Tore gleich bis 18 Uhr für euch geöffnet. Jeweils eine Stunde vor Ende der Besuchszeit schließt der Einlass.
Die immer aktuellen Öffnungszeiten findet ihr auf der Website des Zoos.
Fazit
Der Zoo ist wirklich toll: Ihr seht Tiere, die es nicht so oft zu sehen gibt. Vor Allem bei Kindern lohnt sich ein Besuch, da sie sich hier freier und weniger disipliniert als in der Stadt bewegen können. Die Lage direkt am Regents Park ist traumhaft und man hat gleichzeitig ein Programm, das bis zu einem ganzen Tag ausfüllt. Der Fußweg nach Camden ist kurz und am Kanal entlang lassen sich Hausboote bestaunen, aber auch der königliche Park ist immer einen Besuch wert.
Das einzige Manko ist der Preis des Ganzen. Denn der ist wirklich üppig. So müsst ihr selber entscheiden, ob es euch das wert ist, oder ob es nicht reicht, etwa den deutlich günstigeren Battersea Park Childrens Zoo oder eine der meiste kostenlosen City Farms zu besuchen
Impressionen vom Weg nach Camden:







3 Kommentare zu „Komodowarane treffen Giraffen: der ZSL London Zoo“