Stadführungen gibt es zu vielen unterschiedlichen Themen und von vielen verschiedenen Anbietern. Bisher war ich regelmäßig Teilnehmer bei verschiedenen London Walks. Als ich allerdings mit meinem Sohn in London war, brauchte ich andere Themen und die Harry Potter Tour von Tour for Muggles war eine spannende Option.

  1. Worum geht´s?
  2. Lohnt es sich?

Worum geht´s?

Ganz unbescheiden nennen sich die Tours for Muggles die „besten Harry-Potter-Touren der Welt“ – veranstaltet vom Department of Tourism and Muggle Relations. Schon auf der Website ist der passende Ton gesetzt: Sprache, Design und Layout sind ganz im Stil der magischen Welt gehalten.

Unser Treffpunkt mit Tourguide Charly – seinem Gryffindor-Schal nach eindeutig ein stolzes Hausmitglied – war der Leadenhall Market, unweit des Monument to the Great Fire. Die historische Markthalle diente nicht nur als Inspiration, sondern auch teilweise als Drehort für die Winkelgasse – die legendäre Einkaufsstraße der Zauberer. Damit waren wir sofort mittendrin im Thema.

Charly führte uns durch die Straßen Londons und zeigte uns unter anderem den Originaleingang zum Tropfenden Kessel, die Vorlage für die düstere Nockturngasse, Charles Dickens’ Stammpub (Dickens ist übrigens J.K. Rowlings Lieblingsautor), die imposante Koboldbank Gringotts, die im Film von den Todessern zerstörte Millennium Bridge und den Borough Market.

Die Tour dauerte etwa zwei Stunden, und Charly wusste zu nahezu jedem Winkel etwas Spannendes zu erzählen. Wusstet ihr zum Beispiel, dass ursprünglich Hugh Grant anstatt Sir Kenneth Brannagh als Gilderoy Lockhart vorgesehen war, es aber terminlich nicht passte? Oder dass Tom Felton ebenfalls für die Rolle des Harry Potter vorgesprochen hat? Zwar bekam Daniel Radcliffe die Rolle später ohne klassisches Casting – der Regisseur war einfach überzeugt von ihm – aber Tom Felton wurde schließlich für eine andere Figur besetzt: Harrys „Erzfeind“ in Howarts Draco Malfoy.

Doch auch abseits des Potter-Kosmos hatte Charly viel Interessantes über London zu berichten – etwa, warum der Duke of Wellington seine eigene Statue vor der Royal Stock Exchange nach deren Enthüllung kaum beachtete. Aber ich will hier nicht zu viel verraten – ein paar Geheimnisse sollen ja noch für die Tour übrig bleiben.

Unsere Gruppe bestand aus etwa 15 Personen und war bunt gemischt – viele kamen aus den USA. Deshalb ein wichtiger Hinweis: Ihr solltet ausreichend Englisch verstehen, um die Tour wirklich genießen zu können.

Die Kosten (Stand 2025) liegen bei 17 Pfund für Erwachsene und 15 Pfund für Kinder bis 11 Jahre. Tickets bucht man am besten direkt über die Website. In der Regel finden täglich drei Touren statt – zwei am Vormittag und eine am Nachmittag. Die genauen Zeiten wählt man bei der Buchung aus, können aber leicht variieren.

Lohnt es sich?

Ich persönlich bin ein großer Fan von Stadtführungen. Man entdeckt dabei immer wieder neue Details und bleibt nicht nur beim bloßen Anschauen. Plätze, Gebäude, Märkte oder Denkmäler bekommen durch die Geschichten, die mit ihnen verbunden sind, eine ganz eigene Tiefe – und werden dadurch umso spannender.

Für Harry-Potter-Fans ist diese Tour ein idealer Einstieg in einen thematisch passenden Tag. Vom Borough Market aus gelangt man problemlos zum Bahnhof King’s Cross mit dem berühmten Gleis 9¾ und dem dazugehörigen Fan-Shop. Alternativ lohnt sich ein Abstecher zur Oxford Street zum House of MinaLima, einem bezaubernden Laden rund um die grafische Welt der Filme. Und wer einen ganzen Tag einplanen und bereit ist, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, kann die Warner Bros. Harry Potter Studio Tour in Angriff nehmen – ein echtes Highlight für eingefleischte Fans.

Aber zurück zur Tour: Sowohl mein 13-jähriger Sohn als auch ich konnten Charly problemlos folgen – und wir waren beide begeistert. Die Führung war unterhaltsam, informativ und voller überraschender Details. Was will man mehr?
50 Punkte für Gryffindor.

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