Die Guildhall in der City of London ist eines der ältesten und bedeutendsten Gebäude der Stadt. Heute dient sie als Sitz der Repräsentationsräume der Verwaltung der City und beherbergt die Guildhall Art Gallery, ein Kunstmuseum, das 1999 eröffnet wurde. Doch ihre Geschichte reicht tief in die Vergangenheit zurück, bis in die römische Antike.

  1. Die Geschichte
  2. Was gibt es zu sehen?
  3. Anreise, Öffnungszeiten, Eintrittspreise
  4. Fazit – Lohnt es sich?

Die Geschichte

Die Ursprünge der heutigen Guildhall gehen bereits in das Jahr 1411 zurück. Offiziell fertig wurde es zwar erst im Jahr 1440, doch war es auch bereits vorher Treffpunkt und Marktplatz für vornehmlich reiche Kaufleute. Doch bereits bevor das im gotischen Stil erbaute Gebäude 1666, wie vier Fünftel der Londoner City, dem großen Feuer zum Opfer fiel, hatte es sich zum Rathaus der City of London gemausert. Entsprechend wurde das Haus wieder aufgebaut und bis ins frühe 19. Jahrhundert erweitert und mit der heutigen Front versehen. Auch die Zerstörungen durch die deutsche Luftwaffe 1940 wurde in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wieder repariert. Und wenngleich das Gebäude heute nicht mehr der Sitz des Bürgermeisters ist, beherbergt es dennoch einige Repräsentationsräume (die man natürlich auch für Feste buchen kann) und einzelne Verwaltungseinheiten der City. So wird in der großen Halle seit 1502 jährlich das große Bankett des Bürgermeisters abgehalten.

Spannend ist aber auch der Grund, auf dem Guildhall steht. 1988 fand man mehr oder weniger zufällig heraus, dass an dem Standort im Jahr 70 n. Chr. bereits ein römischer Circus – und zwar der größte Englands – gestanden haben muss. Teile des Circus wurden freigelegt. Den gesamten Umfang der römischen „Spielhalle“ sieht man aber am besten von außen. Die Außenmauern des Gebäudes sind durch einen einen dunklen Ring aus Steinen im Boden markiert.

Was gibt es zu sehen?

Die Guildhall ist heute nicht nur ein funktionales Gebäude, sondern auch ein Ort der Kultur und Geschichte. Die Guildhall Art Gallery beherbergt eine beeindruckende Sammlung von Kunstwerken. Die City of London Corporation´s Kunstausstellung beherbergt Werke aus verschiedensten Jahrgängen, startend im Jahr 1607. Fast ausschließlich Britische Künstler*innen finden sich in der Dauerausstellung (hier kann man die Ausstellung digital erkunden). Aber auch thematisch unterschiedliche saisonale Ausstellungen sind regelmäßig Teil des Programms (-> Ausstellungen).

Steigt ihr in den Keller des Gebäudes hinab, habt ihr aber neben der Kunst auch die Möglichkeit, euch Überreste des Römischen Circus´ anzusehen. Die archäologischen Funde wurden sehenswert aufgearbeitet und in Szene gesetzt.

Insgesamt kann ma n gut zwischen einer und drei Stunden (je nach dem eigenen Kunstgeschmack) in der Guildhall verbringen. Solltet ihr die Galerie nicht alleine erkunden wollen, werden von Dienstags bis Samstag, jeweils um 12.15 und 13.15 kostenlose Führungen angeboten (30-45 Minuten). Ein Buchung im Vorfeld ist nicht notwendig.

Einige Dokumente und Links:

Anreise, Öffnungszeiten, Eintrittspreise

Die Guildhall liegt in der Basinghall Street im Stadtteil Bank. Ihr erreicht das Gebäude mit der Tube über die Haltestellen Bank (Central-, Northern- und Waterloo&City Line) oder Moorgate (Circle-, Hammersmith&City -, Northern- und Metropolitan Line). Die nächste Bushaltestelle wäre London Wall/Mooregate, die ihr mit den Linien 21, 43, 141, 76 oder 100 erreicht. Von all diesen Haltestellen sind es nur wenige Gehminuten zum Ziel.

Wie für die meisten öffentlichen Museen und Galerien ist auch hier der Eintritt kostenfrei. Es wird darum gebeten, ein kostenloses Ticket zu buchen – wahrscheinlich um die Touristenströme etwas zu lenken. Dabei hat Guildhall täglich in der Regel zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet.

Fazit – Lohnt es sich?

Wenn ihr interessiert seid an Geschichte, Kunst oder Architektur, dann ist Guildhall eine spannende Adresse. Vor Allem den historischen Bereich, rund um die Römische Arena ist toll angelegt und spannend gemacht.

Zusätzlich schön ist, dass es sich bei Guildhall noch um einen quasi-Geheimtipp handelt. Vor Allem in dem Sinne, dass die Ausstellung zum Einen noch nicht so stark touristisch erschlossen und frequentiert ist. Zum Anderen ist allein der Platz vor dem Gebäude schon einen Besuch wert und auch hier ist es für Londoner Verhältnisse relativ ruhig und entspannt.

Eingedenk des kostenfreien Eintritts ist Guildhall eine Sache, mit der man erst einmal nichts falsch machen kann.

Ein Kommentar zu „Guildhall: Römischer Circus und Britische Kunst

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