„Immersive Experiences“ gibt es in London – folgt man den Werbeplakaten in der U-Bahn – an jeder Straßenecke. Doch was bedeutet das eigentlich? Immersive Erlebnisse oder Darbietungen beziehen den Betrachter in der Regel mit ein und wollen ihm vermitteln, er sei Teil des Ganzen. Das klappt bei Frameless schon einmal ganz gut. Aber ob es wirklich „ultimativ“ ist? Aber vielleicht sollte ich vorne Anfangen.
Was ist Frameless?
Im Frameless möchten die Betreiber Kunst aus dem „Rahmen“ holen. In aufwändigen Installationen werden bekannte und weniger bekannte Kunstwerke zum Leben erweckt. und mithilfe mehrerer Beamer in Räume projiziert.
Dabei werden Figuren auf einmal beweglich, das Meer rauscht oder Lava fließt. Ob nun in der Sternennacht van Goghs nach und nach die Lichter anfangen zu leuchten oder Caspar David Friedrichs Wanderer über dem Nebel atmosphärisch in Szene gesetzt wird. Ihr findet hier verschiedene Kunstwerke, die so in neuer Art und Weise betrachtet werden können. Die jeweils ausgewählte Hintergrundmusik tut ihr eigenes dazu.
Schon die Rolltreppe ins Untergeschoss der Weg in den Hauptsaal sind beeindruckend gemacht und machen Lust auf mehr. Dort angekommen, findet ihr Installationen in insgesamt vier Galerien. Hier sind die Werke thematisch geordnet:
- Beyond Reality: Nicht reale Kunst, Fabel- oder Fantasiewesen findet ihr in dieser Galerie. Bosch, Munch oder Dali sind nur drei der bekannten Künstler. -> Übersicht über die Bilder und Künstler auf der Homepage
- Van Gogh oder Monet sind nur zwei der Künstler, die ihr in der Galerie „Colors in Motion“ findet. Hier setzen sich Gemälde langsam aus Farbtupfen zusammen. Es macht Spaß, durch Farbtupfenhaufen zu laufen, die dadurch wie Blätter im Herbst aufgewirbelt werden und an der Wand das Gemälde ergeben. -> Übersicht
- The World Around Us: Stürmische See, der Markusplatz in Venedig, der Wanderer über dem Nebel – Bilder, die unsere Umwelt und Umgebung darstellen werden hier zum Leben erweckt. Künstler sind etwa Canaletto, C. D. Friedrich oder Claude Monet. -> Übersicht
- In „The Art of Abstraction“ wird nicht-gegenständliche Kunst von Künstlern wie Kandinsky, Mondrian oder Klee in Bewegung versetzt. Farben und Formen spielen hier die Hauptrolle. -> Übersicht
Die Durchläufe pro Galerie dauern jeweils zwischen 30 Minuten und einer Stunde. Ihr könnt euch also gute drei Stunden alleine in den Animationen aufhalten. Natürlich ist auch in Form eines Cafés für das leibliche Wohl gesorgt. Im obligatorischen Shop könnt ihr Devotionalien oder Kunstdrucke der genutzten Bilder erwerben.
Preise, Anreise, Öffnungszeiten
Die Preise sind auch für Londoner Verhältnisse nicht ohne. Es wird zwischen normalen Tickets, bei denen ihr einen bestimmten Timeslot bucht, und Flexitickets unterschieden, bei denen ihr zu einem Zeitpunkt eurer Wahl – auch durchaus spontan – vorbei schauen könnt. Interessant ist dabei das Familienticket. Für 75 Pfund finden zwei Erwachsene und zwei Kinder Einlass. -> Tickets
| Flexi-Ticket | normales Ticket | |
| Erwachsene | £35 | £30 |
| Kinder (3-15 Jahre) | £25 | £20 |
Langsam aber sicher findet die Attraktion auch Eingang in London- oder City – Pass.
Wie komme ich nun dort hin? Das ist recht einfach. Findet ihr den Weg zum Marble Arch, findet ihr auch das Framless.
Von der Tube-Haltestelle Marble Arch (Central Line) lauft ihr 1 Minute, einige Buslinien halten sogar direkt vor dem Eingang.
Frameless selber gibt an:
- Tube: Marble Arch (1 min walk), Bond Street (8 mins walk)
- Bus: Marble Arch, serviced by the following buses: 2, 6, 7, 13, 23, 36, 74, 94, 98, 137
Zu folgenden Öffnungszeiten könnt ihr die Installationen bestaunen:
- Monday to Thursday: 10am – 7pm
- Friday & Saturday: 10am – 10pm
- Sunday: 10am – 7pm









Lohnt sich das Ganze?
Tja. Schwierig. Frameless ist wirklich beeindruckend. Die Animationen bringen einem Kunst und Klassiker auf eine ganz neue Art und Weise näher. Ich bin mit wenig Erwartungen dort angetreten und war wirklich begeistert. Sich mit Zeit auf die Vollraumfilme einzulassen beschert einem ein wirklich eindrückliches Erlebnis. So gesehen – und eingedenk des technischen Aufwandes – ist der Preis schon irgendwie gerechtfertigt. Und auch für mich als mittelkunstinteressiertem London-Fahrer war es ein tolles Erlebnis.
Aber: 30-35 Pfund sind schon eine Menge Holz. Von daher würde ich es nicht das „ultimative Erlebnis“ nennen.
Eine Alternative wäre vielleicht das Outernet (https://www.outernet.com/). In der City findet ihr teilweise öffentlich zugängliche Animationen zu verschiedenen Themen (Musik, Lifestyle, etc.). Vorteil hier: ein guter Teil ist kostenlos, die Technik ähnlich. Frameless hat allerdings einen etwas anderen Schwerpunkt und steht inhaltlich auf einem anderen Level.
Eindrücke vom Outernet:






















